Amsterdam. So war’s.

Nein, ich werde euch hier jetzt keine näheren Details über meinen Amsterdam-Trip erzählen. Das gehört sich nicht. Nicht einmal bei mir. Oder vielleicht doch? Nein, besser nicht. Aber ich kann definitiv sagen, dass ich das Hotel zum regulären Preis nicht noch einmal buchen würde. Doch der Reihe nach.

Die Anreise. Am Samstagnachmittag ging’s nach Mainz. Von Mainz aus direkt nach Amsterdam, unterbrochen von einem kurzen Stop bei einem Subway in einer Mainzer Tankstelle (natürlich habe ich eine Ehrenrunde gedreht, was auch sonst), für etwas Verpflegung und zwei Würfel. Auf dem Weg nach Amsterdam überraschte uns dann ein ziemlich fieser Regenschauer. Okay, ein Regenschauer, der gefühlte 200 km anhielt und bei dem maximal 70 km/h mit meinem BMW-U-Boot möglich waren. Doch kaum erreichten wir niederländische Straßen, hörte auch der Regen auf. Dafür hieß es ab hier bloß nicht NICHT zu schnell fahren. Gegen 22 Uhr kamen wir in unserem Hotel an und machten uns schon gleich wieder auf in die Stadt, schließlich hatten wir tierischen Hunger. Doch wie kann man nur erwarten, dass man nach 22:30 Uhr in Amsterdam (in Fußmarsch-Hotelnähe) noch ein geöffnetes Restaurant findet. So liefen wir gut 2 Stunden in der Gegend rum, erzählten, lachten, fotografierten, … nicht einmal einen blöden Burger King konnte man finden, auch wenn die halbe Stadt mit Werbung dafür zugekleistert ist. Also gab’s noch ein halbes Tuna-Sandwich und Äpfel aus dem Hotelzimmer/Flur.

Das Hotel. Man muss schon zugeben, dass die Bilder nicht zuviel versprachen. Sie zeigten zwar nicht die Preise der Minibar, des Restaurants und auch nicht auf, dass man nur zwischen 18 und 22 Uhr sich etwas zu futtern ordern kann (5 Euro pro Lieferung aufs Zimmer), doch was soll’s. Viel nerviger fand ich allerdings, dass der tolle Whirlpool nur aus einer Badewanne mit ein paar Düsen („Bitte nur zwischen 7 Uhr und Mitternacht verwenden.“) bestand. Die integrierte Dusche war für meine 2,05 Meter geeignet. Ich konnte direkt unter der Decke einparken. Für meinen Geschmack nicht so prall. Ich hätte auch besser nicht den Sand aus meinen Schuhen in die Badewanne entleeren sollen, sagt man mir noch mit freundlich, süffisanter Stimme. Und ansonsten? Die Glotze zeigte österreichisch-deutsches Fernsehen, das Bett hätte für meinen Geschmack etwas länger sein dürfen, doch ich durfte es ja auch u. A. diagonal in Beschlag nehmen und im Kleiderschrank ohne Böden brannte Licht. Komisch war nur, dass man im vierten Stock keine Fenster aufmachen konnte. Nicht einmal anklappen. Alles nur über die Klimaanlage.

Der Sonntag. Circa 2 Stunden geschlafen und trotzdem erst 11 Uhr auf den Beinen. Ohne Umwege direkt nach Zandvoort, ab an den Strand. Eisbaden musste zwar jetzt nicht sein, aber das Laufen durch’s Wasser wollten wir uns dann auch nicht entgehen lassen. Genau so das Einsammeln von Muscheln, Krebsen und Sand. Zum Frühstücken und Mittag essen ging es in eine Beachbar. Uns bedienten mehrere Damen, doch Amber fiel uns besonders auf. Eine sehr nette, Deutsch sprechende Bedienung mit blondem Haar und großem, schlanken Körper. Unwichtige Info? Egal. Gewohnt nervös wollte ich den Laden schon nur mit Schuhen betreten, beugte mich aber und ging ebenfalls mit sandigen Füßen hinein. War kein Problem. Ich zog mir dennoch irgendwann wieder meine Schuhe an und genoss noch eine heiße Schokolade mit Slagroom. Die Sonne kam und wir gingen heraus. Rückweg über den Strand, durch das Wasser und den Wind der Nordsee. Es war schön. Am Auto angekommen fiel etwas auf. So ein weißer Zettel unter dem Scheibenwischer. Etwas Aufregung, weil ich den Parkscheinautomaten total übersah. Hallo Hirn. Wir wollten fahren, sahen dann aber bewachsene Dünen und fuhren hin. Liefen den Wege ab, fanden kleine Gärten, sammelten Schneckenhäusschen und Pflanzen ein, fanden einen Urwald in Holland und einen Teich mit Seerosen. Auf dem Rückweg sahen wir viele schöne Häuser, Ferienpensionen und sprachen darüber, dass man hier sicher toll wohnen und Urlaub machen könnte. Noch schnell an einer Shell etwas zu trinken kaufen. Kurzer Zwischenstopp im Hotelzimmer. Umziehen, in Schale werfen. Ich bekam ein Kompliment, würde ich sagen. Wir gingen zu The Red Sun, ein Sushiladen unweit unseres Hotels. Sah super aus, war gut besucht. Wir machten es uns einfach und bestellten zwei mal das Küchen-Chef-Menü. Was folgte war sehr lecker und wurde auf einer Granitplatte serviert. Wir aßen parallel, warteten aufeinander und genossen das Essen. Nach einiger Zeit die Frage an eine Bedienung ob das jetzt schon alles war. Es war alles, uns reichte es damit dann auch und wir ließen noch ein Taxi bestellen. Es regnete ziemlich, auf den Straßen spiegelten sich die Lichter, es raste ein Feuerwehr-Leiterwagen mit gefühlten 150 km/h an uns vorbei. Wir stiegen in die neue Mercedes E-Klasse ein, sprachen erst Englisch und begannen dann ein Gespräch über Taxifahrer bzw. deren zum Teil miese Fahrzeuge auf Deutsch. Der Taxifahrer schwieg durchgehend. Am Hotel angekommen sprach er überraschend fließend Deutsch mit uns, wünschte noch einen schönen Abend und wir verschwanden breit grinsend über den roten Teppich in unser Hotel. Wir nahmen die Treppen. Immer. Zombies und so. Ich fand’s gut, schließlich ging ich hinterher.

Der Montag und die Rückreise. Am Montag verschlug es uns in die Innenstadt von Amsterdam. Wir suchten uns eine Parkmöglichkeit im Q-Park, liefen durch die Stadt, suchten einen Subway auf, waren über die erweiterte Sandwichauswahl überrascht und liefen weiter, bis zu einem Old-Amsterdam-Store. Snacks kaufen und Käse probieren. Kennt ihr das? Hier macht man sich in Supermärkten einen riesigen Aufriss mit Probierhäppchen und Zahnstochern. Bloß niemanden etwas außer den eigenen Holzstab berühren lassen. Dort haut man einfach 5mm-Würfel in eine kleine Schale und fertig aus. Jedenfalls war der Walnuss-Gauda einfach nur ein Traum! Nach gefühlten 150 H&M und einem Supermarkt, in dem wir uns weitere Snacks und Getränke kauften, ging es langsam wieder zum Auto. Nur zwei Stunden waren wir unterwegs, also ein neues Ziel gesucht. Ich wollte einfach noch nicht nach Hause. In Muiderberg ans Wasser, spazieren gehen, Federn sammeln und Andi kindliche Fragen über Pflanzen stellen lassen. Wer hatte noch mal einige Jahre lang Naturkundeunterricht inkl. Gartenschule? Egal. Wir wollten noch in einen Supermarkt, ich wollte zu Ter Huurne, doch leider wäre das ein ziemlicher Umweg geworden. Also nach Arnheim. Etwas durch die Stadt laufen und den Entschluss fassen noch Sushi essen zu gehen. In Wiesbaden. Einen Tisch für 21 Uhr reserviert, ich schätzte dass die Uhrzeit passen würde. Um 21:01 Uhr waren wir am Sushileecious in Wiesbaden. Eine Stunde aßen wir, redeten allerdings nicht so viel, ich lauschte etwas den beiden Nachbartischen und wir kämpften etwas mit der Müdigkeit. Wir zahlten, fuhren dann noch ein paar Meter und verabschiedeten uns. Es fing in diesem Moment an zu regnen, es war kurz nach 22 Uhr und ich wollte alles, nur jetzt nicht fahren, dachte ich mir. Gegen 23:30 Uhr war ich wieder in Saarbrücken, guckte noch die Bilder der letzten drei Tage durch, packte sie, ludt sie auf den Server und ging ins Bett. Den Wecker vergaß ich, nicht ganz unabsichtlich.

Es war ein schöner Kurztrip und eigentlich waren sowohl das Hotel, die Restaurants oder das Wetter vollkommen egal, viel wichtiger als alles andere war und ist die Begleitung!