Anti-Virus-Programm am Mac

Auf Windows-Rechnern ist es heute fast undenkbar ohne Anti-Virus-Software zu arbeiten. Wenn mich jemand um Rat fragt, ist meine erste Gegenfrage immer, welche Anti-Virus-Software diese Person verwendet. Meistens ist die Antwort, dass eine kostenfreie Version von Programm A oder Programm B (ihr wisst schon) verwendet wird. Dann setzt mein Augenrollen ein und eine kurze Belehrung, dass man bspw. eine Volllizenz für die Kaspersky Suite ganz legal via zB. Idealo für deutlich unter 20 Euro pro Jahr erwerben kann – teilweise sogar als Mehrfach-Lizenz. Doch wie sieht es eigentlich mit Apple-Rechnern, also Mac, aus? Gilt hier immer noch, dass es dafür keine oder „nicht ausreichend“ Viren gäbe? Nein, das gilt ganz sicher nicht mehr – doch den Furz haben noch immer zu viele Leute im Kopf.

Ich installierte vor rund vier Jahren das erste Mal, damals noch auf meinem Arbeits-Mac-Book-Pro, das kostenfreie Anti-Virus-Programm „Sophos Anti-Virus“. Zu der Zeit wäre es fast unmöglich gewesen, für Consumer-Mac-Anti-Virus-Software auch noch Geld zu verlangen. Klar, es gab auch noch ClamAV/ClamXav und wie die anderen OpenSource-Anti-Virus-Programme noch so heißen. Für mich keine ernsthafte Lösung. Also teste ich weiter SOPHOS, auch später auf meinem MacBook Air. Keine Höllenmaschine, um so mehr interessierte mich, ob man den Einsatz der Anti-Viren-Software bemerken würde. Ich bemerkte gar nichts, außer das nun vorhandene Icon der Software und, dass sie nach und nach „Dreck“ aufsammelte.

Nun, ein paar Jahre später, gibt es nicht nur Anti-Virus-Software für alle erdenklichen Smartphones, sondern die Hersteller haben auch erkannt, dass die Mac-Benutzer ein spannender Markt sind. Zugegeben, noch trauen sich die einige Hersteller nur mit einer kostenfreien Software zum potentiellen Kunden. Aber soll uns das wirklich stören? Allen voran sind hier die beiden bereits von Windows bekannten „Gratis-Scanner“ zu nennen, also avira und AVG. Ich möchte an dieser Stelle nicht über die Qualität der verschiedenen Produkte sprechen, sondern sie einfach nur vorstellen. Nach wie vor ist meine Wahl Antivirus für Mac von SOPHOS, wenn sie in den letzten Tagen auch mächtig mit dem Download-Link geschludert haben und man sich eine EXE runterladen sollte (*augenroll*).

Was ich an SOPHOS sehr mag, ist der generelle Scan des Netzwerk-Traffics und entfernter (Netzwerk-)Laufwerke – sofern man dies möchte. Dies können andere Apps mit Sicherheit aber auch. Andere Apps wären hier zum Beispiel noch avast! Antivirus für Mac (kostenfrei), COMODO Antivirus for Mac (Free), G DATA AntiVirus für Mac OS X (das man pro „PC“ lizenzieren soll…), McAfee VirusScan for Mac (kostenpflichtig), Norton AntiVirus 12 für Mac bzw. Norton Internet Security 5 für Mac (beide kostenpflichtig), Bitdefender Antivirus for Mac (kostenpflichtig), F-Secure ANTI-VIRUS for Mac (kostenpflichtig) und Kaspersky Internet Security for Mac (ebenfalls kostenpflichtig).

Gehen wir jetzt einmal von den grundsätzlichen Anti-Virus-Software-Test aus, könnte man zu dem Schluss kommen, dass oftmals Kaspersky und Bitdefender dank ihrer sehr guten und schnell reagierenden Schädlingsdatenbank- und Erkennung gewinnen. Natürlich lässt sich das nicht zwangsläufig auf Mac ummünzen, betreffen die wenigsten dieser Viren das Apple-System. Ich würde jedoch behaupten, dass ein derart guter und bekannter Hersteller es sich nicht erlauben kann, für den Apple-Markt irgendeinen zweit- oder drittklassigen Software-Müll in die Anwendermasse zu werfen. Meine nächste Internet-Security/Anti-Virus-Software kommt jedenfalls von Kaspersky, denn diese 20 Euro im Jahr ist es mir dann doch wert.

UPDATE: Ich teste nun einmal avast! Anti-Virus für Mac auf meinem iMac, um einen direkten Vergleich zu Kaspersky und SOPHOS anstellen zu können. Sollte noch jemand wissen wollen, wie man SOPHOS (richtig) vom System entfernt, hier wird’s beschrieben (ich benötigte das Tool am Ende des Artikels).

  • Hallo Andi! Interessantes Thema über das ich mir in letzter Zeit auch öfters Gedanken gemacht habe. Mich würde mal interessieren was aus deiner Sicht gegen „Programm A / Programm B“ spricht? Ich persönlich bin zwar viel am Rechner / Internet unterwegs, jedoch bin ich beim Thema AntiVirus-Software nicht wirklich firm. Meine Erfahrungen früher unter Windows war immer das Norton absolut lästig und lahm ist und sich überall im System einklinkt. Dann gab es mal ne kurze McAffee-Phase und dann kam Avira. Das nutzen heute noch viele die ich kenne. Sicherlich wird man bei kostenlosen Programmen Abstriche machen müssen, aber im Kernthema – der Virenerkennung / -beseitigung – dürften sich die Firmen doch keine Patzer erlauben, da sie doch meistens mit „Pro-Versionen“ für Firmen etc. ihr Geld verdienen. Und wer kauft schon eine Lizenz wenn der Einstieg (kostenlose Version) Murks ist?

    Ich habe eben mal gegoogelt und bin auf einen recht aktuellen Artikel einer Maczeitung gestoßen http://bit.ly/1oygYnD . Dort (und auch bei einigen anderen Tests) kommen Avast und Avira gut weg, Sophos bspw. kommt da recht schlecht weg. Sieger ist Kaspersky. Sicherlich kann man über die Kompetenz einer solchen Zeitschrift auch diskutieren… ;-)

    • Hallo Marco,

      für mich persönlich sprechen auf einem Windows-Rechner gegen avria und AVG vor allem die gemachten Erfahrungen. Zwar verändert sich auch hier der „Freeware“-Markt für Privatanwender aktuell etwas, doch am Ende kann das meine mehrfach erlebten Negativeindrücke nicht überspielen. Dass bei diesen Programmen für zahlende Kunden noch mehr Funktionen zur Verfügung stehen, täuscht leider nicht unbedingt darüber hinweg, dass ich erlebt habe, wie viele echte Viren nicht erkannt wurden, die andere Programme direkt erkannten. Und mal ehrlich, am Ende geht’s doch nur darum.

      Kleine Story dahinter: Ein größeres Unternehmen, dass bei seinen Arbeitsplätzen jedoch keine Thinclients, sondern handelsübliche Desktop-Computer einsetzt, verwendete illigalerweise die beiden genannten Anti-Virus-Programme als Personal-Version. Schließlich sollten erst einmal Viren gebannt werden. Leider kam es aber dazu, dass sich nach und nach die Rechner aus dem Netzwerk bzw. Unternehmen verabschiedeten. Natürlich ist es falsch eine nicht (korrekt) lizenzierte Software einzusetzen, dennoch sollte sie ihren Zweck erfüllen. Also bekam ich den Job, dass ich der Sache auf den Grund gehen sollte. Immerhin ist ein nicht gerade geringfügiger Schaden entstanden und man war sich auch nicht wirklich sicher was für weitere Folgen das haben könnte (zB. Spamversand, weitere Netze anstecken usw.). Um die Sache etwas abzukürzen: ich teste also auf mehreren virtuellen Maschinen mit ein paar dutzend „eigener“ Viren. Weder avira noch AVG erkannten nur ansatzweise 75% der Viren. Kaspersky und Bitdefender bis auf einen Virus alle. Diesen letzten schalteten dann beide Systeme aus, als ich die Datei ausführen wollte. Also ziemlich direktes Ergebnis. Ende des Lieds war, dass das Unternehmen alle Rechner platt machte und korrekt mit Kaspersky (ohne Provision für mich … leider) ausstattete (warum man nicht gleich einen Netzwerkscanner inkl. Zwangs-Client-Scanner (zB. F-Secure) einsetzte weiß leider nur der heilige Geist).

      Nun kann man dieses Ergebnis nicht direkt auf Apple ummünzen, bieten hier selbst die kostenfreien Scanner so umfangreiche Funktionen, dass man eher von einer Suite sprechen kann. Doch das Wichtigste ist die Virenerkennung. Hier kommt es auf die Virendatenbank, die Aktualität dieser Datenbank und auch der tiefe des Scans im System an. Natürlich ist jeder Scanner besser als gar keiner, vor allem wenn dieser beliebige Scanner sogar kostenfrei zu haben ist. Man sollte nur nicht gleich mehrere auf einmal verwenden – klingt komisch, ist aber bei 50% der Windows-Geräten der Fall, die ich (leider) unter meine Griffel bekomme, weil wieder irgendwas nicht funktioniert oder vor allem lahmt.

      Auf unseren (Linux)Servern haben wir bspw. für alle Kunden automatisch einen OpenSource-Virenscanner aktiv. Das Ding ist eher dafür da, um den allergrößten Dreck zu entfernen. Auf mehr kann man sich nicht verlassen, muss man aber auch nicht, dann die Kunden können bspw. auch eine Kaspersky-Lösung mieten und sind so deutlich sicherer unterwegs. Gute Datenbanken wollen gepflegt sein, Viren müssen gefunden werden und insgesamt muss eine Menge gefroscht werden. Das kostet alles Geld und deswegen gibt’s nicht alles für lau.

      So sehe ich es derzeit noch bei einigen Virenscannern für Mac. Bekannte (Personal-)Gratisgrößen des Geschäfts werden nicht von ihrem üblichen Weg abweichen, wenn es darum geht sich Marktanteile zu sichern. Bereits bekannte, kostenpflichtige Programme haben es weniger nötig auf einmal die kostenfreie Masche zu fahren, wäre ja auch irgendwie merkwürdig. Alles in allem halte ich auf Mac avira, AVG und avast! sicher nicht für Blödsinn oder Müll. Ganz und gar nicht. Doch ich tendiere eher dazu, dass man sich eine bereits bekannte Größe in diesem Geschäft, wie zB. Kaspersky, kaufen sollte, die allen voran dafür bekannt sind, dass sie die höchsten Quoten bei den Threads und Updates haben. Zumal sich die Preise nun wahrlich in Grenzen halten. Aber für jemanden, der nicht davon überzeugt ist überhaupt eine solche Software einzusetzen, sind die kostenfreien Programme mit Sicherheit eine bomben Alternative!

      Wenn ich alleine gucke wie viele Threads meine Software, die wie du schon sagst nicht gerade mehr die allerbeste ist – weswegen ich ja auch auf Kaspersky mit allen Systemen wechseln werde – täglich aufmacht, kann mir keiner mehr erzählen, dass das total unwichtig oder gar unnötig wäre. Selbst wenn es halt „nur“ Windows-Viren sind, die die Software da rausfischt. Die haben trotzdem weder etwas auf meinem Mac noch in einem Netzwerk oder auf einem Server (zB. IMAP) zu suchen, wo auch nur ansatzweise die Möglichkeit besteht, dass zB. einmal ein Windows-Rechner drauf zugreifen kann. Hier ist Präventivschutz garantiert nicht fehl am Platz.

      Zum Betrieb, der Usability und dem Leistungshunger: Wie du schon sagst, kenne ich die letzten Versionen von Norton (Internet Security) auch leider nur als leistungsfressende Nervbacken. Das war damals für mich der Grund überhaupt auf Kaspersky umzusteigen. Ich war sehr, sehr überrascht. Die Software ging mir nicht mehr auf den Wecker, sie integrierte sich wunderbar in das System und gab dann Gas, wenn es mir scheißegal war (oder ich konnte es sehr differenziert steuern). Auf Mac ist das Ganze ja noch ein wenig einfacher gehalten. Kurzum, wenn die Software einmal eingestellt ist (bei SOPHOS zB., dass sie mir keine Threads meldet, sondern einfach vernichtet bzw. in Quarantäne schiebt), nimmt man sie nicht mehr wirklich wahr. Sie arbeitet einfach im Hintergrund, so wie sie es zu tun hat. Ich schreibe das hier zB. gerade auf meinem fast drei Jahre alten MacBook Air mit nur zwei Kernen und 1,7 GHz. Keine nennenswerten Einbußen feststellbar. Sobald die eine SSD bzw. Flash-Blöcke verbaut hast, wirst du es sowieso noch viel, viel weniger merken. Für mich ist das kein Thema mehr oder ich stelle die Systeme so ein, dass es das vielleicht eben nicht mehr ist. Jedenfalls gibt’s hier keine nervigen Pop-Ups, Hinweise auf Gesamtscans, Meldungen wenn etwas gefunden wurde usw. – es ist schlichtweg ins System integriert, macht seinen Job und geht mir nicht auf den Wecker. Mit Kaspersky dann vielleicht sogar noch etwas sicherer. :)

      Viele Grüße, Andi

  • Wow! Das nenne ich mal ausführlich geantwortet! Die Erfahrung das die kostenlosen Programme nicht alle Viren finden kann ich vielleicht nicht so nachvollziehen da ich „nur“ Privatanwender bin und nur die kleine Welt meiner Rechner und die „Kannst du dir das mal anschauen“-Rechner meiner Freunde und Verwandtschaft kenne. Und mit wenigen Ausnahmen sind das alles Leute die sich vorsichtig im Internet bewegen.

    Das es vernünftige Software nicht für lau gibt sollte eigentlich klar sein. Leider herrscht die Geizmentalität immer noch in vielen Köpfen der Leute rum. Aber ich glaube das Mac-User eher bereit sind in dem Fall wirklich kleines Geld auszugeben als Windows-User. Das merke ich auch selber an mir… früher unter Windows-Zeiten Geld für Software ausgeben? Möglichst nicht. Gibt doch sicherlich was kostenloses. Mit dem Wechsel auf den Mac hat sich das aber geändert. In meinen 8 Mac-Jahren habe ich schon deutlich mehr Geld für Software ausgegeben als in den 11 Jahren Windows davor.

    Wie dem auch sei. Ich werde deinen Artikel auf jeden Fall zum Anlass nehmen und mir mal ein paar Antivirenprogramme für den Mac anschauen. Danke für den Tipp mit Idealo… darüber findet man ja wirklich für kleines Geld Lizenzen.

    Kleiner Schmunzler zum Schluß: Ein ehemaliger Chef hatte mir mal sehr begeistert von seinem neuen Antivirenprogramm erzählt. „Das ist so ein tolles Programm! Ehrlich! Toootaal super! Das hat noch nicht eeeeinen Virus gefunden.“ Gemeint war das kostenlose Programm mit dem Regenschirm ;-)

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