ASUS N53SN-SZ127V Notebook & SSD-Tuning

Nachdem ich vor einiger Zeit über das neue Sony-Notebook von Simone sowie den anschließenden RAM- und SSD-Tuning-Vorgang berichtete, habe ich seit Kurzem mein damals angesprochenes ASUS-Notebook unter den Fittichen. Genau genommen handelt es sich um das ASUS N53SN-SZ127V. Trotz der verbauten SSH-Festplatte musste natürlich eine SSD montiert werden. Wie das klappte und wie das Notebook allgemein so ist, werde ich euch in diesem Artikel etwas näher bringen.

Fangen wir einmal mit der Grundausstattung des Laptop an: Das ASUS N53SN-SZ127V hat einen Intel-Prozessor der zweiten Sandy-Bridge-Generation montiert (Intel Core i7-2630QM), der grundsätzlich mit 2,0 GHz taktet – im Boost auf 2,9 GHz wandert und über vier feste Cores plus vier HT-Cores verfügt. Ebenfalls sind neben der 500GB SSH-Festplatte (4GB Hybrid-Space) 6GB Arbeitsspeicher (RAM, 10600er), eine NVIDIA GeForce GT 550M Grafik (2GB) sowie ein BluRay-Player integriert. Das glänzende Display mit ziemlich breitem Glanz-Rand (soll angeblich der Optik dienen) löst in FullHD mit 1920×1080 Pixel auf.


In voller Größe. Der Deckel aus Aluminium, die Handauflage offensichtlich aus Kunststoff im hochwertigen Aluminium-Look. Keinerlei Temperaturprobleme für Hände und Arme auch unter Volllast. Spiegelnder Display-Rahmen sowie Display, letzteres jedoch im eingeschalteten Zustand deutlich weniger.


Die Unterseite des Notebook. Gummifüße noch verklebt und die Seriennummern vorbildlich unter einer Klarsichtfolie angebracht.


Das Notebook mit geöffnetem Wartungsdeckel. Gut zu sehen die vier RAM-Slots sowie die Festplatte im Wechselrahmen.


Die eher unvorteilhaften Gummiklebefüße von ASUS.

Die Leistung: Das Notebook hat richtig Dampf. Damit könnte man es ziemlich einfach beschreiben. Der Lüfter ist im ganz normalen Betrieb mit Outlook, 20 Firefox-Tabs, Skype, TweetDeck etc. fast nicht zu hören. Die Grafiksteuerung, ob die integrierte Intel-Grafik oder der NVIDIA-Chip benutzt werden soll übernimmt die NVIDIA Optimus genannte Technologie, die zugegebenermaßen sehr gut funktioniert. Zusätzlich lassen sich Programme auch manuell einen der beiden Grafik-Chips zuweisen (beispielsweise bei CAD-Anwendungen oder Photoshop).

Der integrierte USB-3.0-Steckplatz (inkl. eSATA) ist natürlich super, die USB-Ports jeweils auf beide Seiten aufgeteilt. Dies ist wohl eher Geschmackssache, genau so wie der Netzanschluss auf der Rückseite. Der Netzanschluss ist ebenfalls ein gutes Stichwort, ist das Netzteil für heutige Zeit unverhältnismäßig riesig und zudem kein billiger Klotz, möchte man sich ein zweites Gerät zulegen (übrigens darauf achten, dass das Anschlusskabel beim Nachkauf ebenfalls enthalten ist). Der Sound ist für ein Notebook sehr, sehr nett – das Bang-&-Olufsen-Label wundert mich dennoch etwas. Aber wohl nur für den Chip.

Die Webcam lässt sich manuell mit einem Schieber verschließen, das auch niemand sich ungewollt beobachtet fühlen muss. Diese Mechanik sieht allerdings schon recht billig aus. Die Tastatur verfügt über ein Numpad, ist klassisch angeordnet, lässt sich jedoch im Vergleich zu Sony-Notebooks nicht einmal ansatzweise so gut bedienen. Vielleicht liegt dies aber auch daran, dass ich an so einer Oldschool-Tastatur bestimmt schon drei Jahre nicht mehr saß. Vom Sound her und der Festigkeit der Tastaturmatte liegt das ASUS eher anno 2004. Das Display spiegelt ziemlich stark, ist dafür aber kontraststark, hell und nicht sonderlich Blickwinkelabhängig im Vergleich zu anderen Notebooks dieser Klasse. Für Filmfreunde oder Consumer-Anwender dürfte dies kein Problem darstellen. Für Büros ist es eher bedingt geeignet. Die Auflösung ist bei 15-Zoll nicht unbedingt für Sehgeschädigte geeignet, ist jedoch sehr scharf und genau das Richtige für mich.

Weitere Informationen zur Technik und Produktbilder auf der ASUS-Webseite: ASUS N53SN – Hear the Power Feel the Power!

Der Umbau: Als Erstes müssen unter dem Notebook die vorderen zwei Gummifüße vorsichtig entfernt werden (an der großen Wartungsklappe). Ich kann ASUS voll verstehen dass sie möglichst wenige Schrauben offenliegen haben möchten, doch dies unter geklebten Gummifüßen zu verstecken, die beim zweiten Anbringen mit Sicherheit nicht mehr so gut kleben wie beim ersten Mal, ist eher bescheiden. Sind die Schrauben entfernt muss nur noch der Deckel abgezogen werden. Nun liegen die RAM-Riegel sowie die Festplatte in ihrem Wechselrahmen frei. Die Festplatte wird losgeschraubt und mit der Lasche herausgezogen. Leider war diese bei mir ab Werk bereits beschädigt. Schade.

Nun werden die Schrauben vom Wechselrahmen gelöst, die Festplatte entfernt und durch die neue SSD ersetzt. Jetzt wieder alles zusammenschrauben, den Deckel wieder drauf und das Notebook gestartet. Solltet ihr euer Windows nicht vorab gesichert haben, legt ihr eine Kopie oder eine neue Windows-DVD ein und startet die Installation. Eure Seriennummer der verfügbaren Windows-Installation findet ihr auf der Rückseite des Notebook, die ASUS glücklicherweise unter einer Klarsichtfolie verpackt hat (andere Hersteller kleben sie einfach mit dem bekannten Papieraufkleber unter das Notebook, woraufhin sie in spätestens einem Jahr nicht mehr zu lesen ist). Ist die Installation durchgelaufen packt ihr die mitgelieferte ASUS-DVD in euer Laufwerk und wählt alle nötigen Programme frei aus. Hier ist es zu empfehlen wenn ihr für die Installationsphase kein Passwort eingerichtet habt, denn das Notebook startet automatisch ziemlich oft neu (nach jeder Treiberinstallation). Grundsätzlich hat ASUS mit der DVD eine tolle Treiber-/Software-DVD zusammengepackt, die anders als bei vielen Herstellern nicht von Gratis-Software nur so strotzt.

Weitere Informationen: Die vom Werk aus eingebaute Festplatte ist eine Seagate Momentus XT mit 500GB-Speicherplatz sowie integrierte, 4GB-SSD-Speicher. Es ist also eine Hybrid-Festplatte (SSH). Die Festplatte dreht mit 7.200 U/min ziemlich schnell und wird von unten mit dem Wechselrahmen verdeckt. Viele Benutzer haben bei der Festplatte ein Problem mit Vibrationen, dies konnte ich bei mir im Testlauf nicht feststellen – auch nicht extern als USB-3.0-Speicher. Jedenfalls ist die Wärmeentwicklung deutlich höher als bei einer SSD (gleich null), ebenso die Empfindlichkeit auf Vibrationen etc. Der Vorteil liegt jedoch im Preis und als SSH-Festplatte plus der hohen Umdrehungszahl in der Geschwindigkeit zu vergleichbaren 2,5-Zoll-Festplatten, sollte man keine reine SSD wünschen.

Mein Upgrade sah eine deutliche Verkleinerung der Kapazität von 500GB auf 120GB vor (anders wäre schöner ;)), was mir jedoch keine Probleme macht, da ich im schlimmsten Fall die Festplatte nur mit rund 60GB belege. Musik und andere Daten sind bei mir extern oder im Netzwerk ausgelagert, schließlich muss ich diese Daten nicht derart schnell laden wie Programme und Co. Verbaut wurde wie schon bei den Sony’s eine Intel X320, die in letzter Zeit in mehreren Foren durch Probleme auffiel. Dabei gehen Datensätze verloren oder die SSD setzt sich aus welchen Gründen auch immer auf 8MB-Speicher zurück. Intel arbeitet dafür bereits an einer Lösung, mein aktueller Stand ist, dass man noch nicht genau weiß ob es an der Firmware oder der Hardware selbst liegt. Mal abwarten und solage die tägliche Sicherung via Gigabit-Ethernet auf den Windows-Home-Server, geht auch sehr schnell und man kann nahezu ungestört dabei weiterarbeiten.

Fazit: Das ASUS N53SN-SZ127V ist sehr schnell und mit SSD noch schneller, leiser und etwas leichter. Das Display ist hell genug und weist einen guten Kontrast auf, der breite, spiegelnde Rahmen um das FullHD-Display ist jedoch unschön und wirkt nicht sonderlich edel. Das eingebaute BluRay-Laufwerk ist von der Lautstärke her Okay, die generelle Lautstärke vom Notebook ist sehr gut (sehr leise). Die Frischluft-Ansaugung von unten ist Okay, der Ausstoß über eine Öffnung an der linken Seite ist gut. Die Installation von Windows sowie den ASUS-Treibern ist hervorragend, die Hardware-Ausstattung ist generell top und selbst das Multi-Touch-Trackpad funktioniert sehr gut (mehrere Gesten). Ich würde dem Notebook 7 von 10 Punkten geben, für 10 von 10 reicht es wegen dem spiegelnden Display, dem doch eher klotzigen Design und der unzureichenden Tastatur nicht. In Sachen Preis/Leistung gebe ich dem Notebook 9 von 10 Punkten.

Was fehlt oder könnte anders sein?

  • Eine Tastatur mit freistehenden Tasten, wie es heute üblich ist, inklusive Beleuchtung.
  • Die Möglichkeit ein mattes Display auszuwählen. Selbst gegen Business-Aufpreis.
  • Ein Design mit weniger Platzverschwendung am Gehäuse, weniger klotzige Optik und weniger sowie helle Randfläche um das Display.
  • Eine vernünftige Docking-Lösung. Kein Universal-Docking.
  • Ein Netzteil, dass keine eigene Notebooktasche zum Transport benötigt sowie ein seitlicher Stromanschluss am Notebook.
  • Ein HDMI-1.4-Anschluss oder den Uralt-Anschluss VGA endlich abschaffen und stattdessen durch einen ersetzen, der auch über 1920×1080 Pixel extern ausgeben kann (bspw. DVI). Der Grafikchip schafft dies ohnehin problemlos. 2560×1440 Pixel sollten heute bei derartigen Konfigurationen schon funktionieren.

  • Der Festplatten-Wechselrahmen mit den bereits drei demontierten Befestigungsschrauben.


    Die Festplatte am Zugband leicht anheben und herausziehen.


    Leider war das Zugband bereits am Werk beschädigt. Die Länge und Stabilität reichte jedoch noch vollkommen aus. Dennoch sehr unschön. Ebenfalls der etwas länger anhaltende Chemiegeruch aus dem Inneren durch die Lüftung.


    Die demontierte Festplatte über ihrem Steckplatz.


    Die Schrauben des Wechselrahmens lösen und die die Festplatte herausnehmen. Anschließend die neue Festplette einlegen und ebenfalls wieder befestigen.


    Bevor ihr irgendetwas an eurem Notebook macht erdet euch unbedingt oder benutzt bestenfalls eine Hand-/Armschelle.


    Beide Festplatten im Vergleich.


    Die RAM-Riegel und Slots. Ab Werk ist das Notebook bereits mit maximal 16GB-RAM lieferbar, in meiner Standard-Konfiguration ist es mit 6GB ausgestattet, die für den normalen Berieb unter Windows 7 vollkommen ausreichen.


    Das spiegelnde Display. Allerdings im eingeschalteten Zustand deutlich weniger spiegelnd, abgesehen vom Rand.

    • Cooler Bericht :-)

      Mich würden noch ein paar Benchmarktest o.Ä. interessieren ;)

      • Habe ich dir heute fertig gemacht, leider vorhin aber vergessen zu posten. Kommt morgen früh, sind auf dem Laptop gespeichert. :)

    • Ah super :-) Zu dem Intel Problem, es gab nun wohl nen Firmware Update!

      • Bittesehr: http://www.andilicious.com/blog/asus-n53sn-sz127v-notebook-benchmarks/3185/

    • Martin

      Hallo…Gibt es denn ein Notebook mit dem Prozessor, Grafikkarte, SSD Festplatte, Und Displayauflösung zum Preis bis 1200Euro?
      Wäre über Hilfe sehr dankbar da es einfach zuviel gibt und irgend eine Hardware fehlt immer.

      MfG
      Martin

      • Hallo Martin,
        mit einer direkt eingebauten SSD wird das etwas schwieriger. Auf den ersten Blick habe ich aber zwei gefunden, eins davon ist allerdings ein Acer (Acer Aspire 5830TG-2648G12Mibb), das andere Book ein HP (HP Elitebook 8560p LG736EA). Beide haben auch den i7 der neuesten Baureihe verbaut.

        Grüße, Andi

        • Wie ich gerade sehe, hat das Acer ein schlechteres Display (Auflösung). Das HP auch, jedoch nicht ganz so mies. Alternativ würde ich wirklich nach einem Book ohne SSD gucken und eine selbst einpflanzen. Deine Garantie geht nicht flöten (nur auf die Original-Platte) und schwer ist das auch nicht.

    • Andreas

      Hallo,
      habe für meinen Asus n53 sn-sz127v zusätzlich 2 x 4 GB Arbeitsspeicher gekauft und vorsichtigst eingebaut. Nach dem Einbau wollte ich das Gerät wieder starten mit dem Resultat, dass zwar alle 4 Leuchten rechts oben an sind, der Bildschirm aber schwarz bleibt und sich weiter nix tut.
      Nach dem Rückbau auf den Ursprungszustand blieb das selbe Resultat. Habe mich extra noch einmal erkundigt dass ich auch ja die richtigen Speicher benutze (Kinston KVR1333D3S9/4G).
      Wo liegt der Fehler bzw was kann ich tun damit mein Notbook wieder läuft?

      Wär super wenn ich Hilfe bekommen könnte.
      Vielen Dank schon mal im Voraus!

      • Das lässt sich mit diesen Infos natürlich eher sehr, sehr schlecht sagen. Läuft das Notebook überhaupt noch an? (Lüfter, Beeper oÄ.)?

    • Andreas

      Das Notebook startet (zumintestens sind Vibrationen wahrnehmbar) aber der Bildschirm bleibt komplett schwarz und die Kontrollleuchten rechts oben sind alle an. Auch wenn man längere Zeit wartet ändert sich nichts. Nach meinem Empfinden wurde beim Einbau der Arbietsspeicher auch nichts an der Hardware beschädigt-es sind auch keine Kratzer zu sehen. Bin mit meinem Latein am ende….

      • Hmm. Okay, beim Einbau kann natürlich schon noch mindestens eine Sache schiefgegangen sein – solltest du dich nicht geerdet haben. Aber es ist sehr verwunderlich, dass der Rechner gar nichts macht – also keine Fehlermeldung oder den Beeper befeuern (http://biosflash.com/bios-pieptoene.htm). Leider ist der ASUS-Support auch eher so eine Sache für sich, sonderlich schnelle Hilfe wirst du dort leider auch nicht erhalten. Evtl. hast du bei dir einen Systemladen (nicht so etwas wie Media-Markt) um die Ecke, die sich das Gerät kurz ansehen können.

        Rein über Ferndiagnose ist das leider nicht einfach so möglich. Eine Sache die du evtl. noch einmal überprüfen solltest: Alle Stecker abziehen (auch Tastatur/Maus-Adapter etc.) und versuchen das gerät zu starten. Vor dem Wechsel hast du es ja vermutlich auch richtig runtergefahren, Akku rausgenommen, dich geerdet und dann erst losgelegt – oder?

        Grüße, Andi

    • Andreas

      HA! Problem gelöst! Arbeitsspeicher war nicht komplett eingerastet-kleine Ursache großes Problem. Danke für die Unterstützung!

      Viele Grüße

      Andreas

      • Ohne Witz, ich habe vorhin darüber nachgedacht dies zu schreiben, dachte dann aber, dass du mit Sicherheit nicht zweimal hintereinander dieses Fehler gemacht haben könntest. :)
        Passiert und so war es ja eine einfache Lösung. :)

    • Alfonso

      Du schreibst: „Zusätzlich lassen sich Programme auch manuell einen der beiden Grafik-Chips zuweisen „ . Kannst du bitte erklären wie das geht? Ich finde es nirgendswo.

      • Ich habe den Laptop gerade nicht vor mir, aber wenn du in den Nvidia-Einstellungen bist, gibt es einen Punkt, an dem sich Programme in eine Liste eintragen lassen – dort kannst du dann auch auswählen welcher Chip angesteuert werden soll (wenn ich es gerade recht im Kopf haben könntest du sogar auswählen, wie gerendert etc. werden soll).