Auf die Ohren: Donots – The Long Way Home

So, es ist dann mal so weit, ich schreib mal wieder etwas über Musik. Ich habe das neue Donots-Album ‚The Long Way Home‚ am Freitag erhalten, direkt in iTunes importiert, das Buch beim ersten anhören durchgeblättert und ja, das Album war schneller vorbei als ich blättern und Bilder ansehen konnte. 11 brandneue Songs, oder ich sag mal eher 10 Songs und ein sehr langes Intro/Halbsong.

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  • Das erste Lied des Albums, der Halbsong, spiegelt genau seinen Titel wieder ‚Changes‚. Irgendwie klingt es schon anders. So ruhig, so clean, so Un-Donotig. Doch die Stimme ist da, man erkennt sie wieder, man erwartet jeden Moment den Kracher. Doch er will irgendwie nicht kommen. Es ist nicht dirty, es ist so anders. Auch wenn man Tag für Tag besser wird und das nicht das Ende ist, so klingt doch nur die Stimme und die Snare-Trommel noch wirklich nach den Donots. Was werden wohl die zehn anderen Songs liefern?
  • Eins muss man ihnen lassen, der Übergang von ‚Changes‘ auf das zweite Lied und die erste Singleauskopplung ‚Calling‚ ist schön. Über Calling habe ich bereits ein paar Worte verloren. Es war das Lied, was mich schon zum Nachdenken brachte. Doch Mo brachte es mit ‚Die Jungs müssen auch von etwas leben‘ schon gut auf den Punkt. Dieses ganze Kommerzgeschwätz ist doch einfach für’n Peter, sie suchen sich schließlich auch nicht den gerade möglichst erfolgreichsten Produzenten, schießen ein paar flache Nummern aus der Tube, legen ein bisschen halbherzigen Gesang drüber und schreiben dann Madonna drauf. Ist halt eine Pop-Rock-Mainstream-Nummer, na und? Inzwischen kann man es hören… wenn man nicht vorher unbedingt Got the Noise oder Better Days not Included auf sein Trommelfell jagte und gleichartiges erwartet.
  • Der dritte Song läuft inzwischen auch, er heißt ‚Forever Ends Today‚. Mit der Nummer freundete ich mich schon beim ersten hören etwas an. Schicker, etwas ruhigerer Song. Wäre jetzt Herbst, würde ich behaupten dass das Lied ein sicherer Singlekanidat ist.
  • Weiter geht’s mit ‚High & Dry‚. Flacher Sound aber man hat das Gefühl gerade wieder die Donots zu hören. Bestimmt eine schöne Livenummer, wenn sie es dort noch krachen lassen – wie sie es bis jetzt immer taten. Toller Song und eine schöne Drumline. Doch wie wäre es in einem so ausdrucksstarken Song mal einem kurzer Screampart? Mir fehlt dieser irgendwie. Aber den gibt’s auf der Bühne bestimmt.
  • Es wird wieder etwas ruhiger, aber keinesfalls langweilig. ‚Let It Go‚ läuft, im ersten Moment denkt man an eine schnieke Schnulze, doch dann kommt die im vorher gespielten Song gewünschte dreckige Stimme. Leise, ruhige Musik mit lauter, starker Stimme und einer Art Understatement-Ausdruck. Dazu gibt’s noch den Klang einer Mundharmonika. Doch keine Angst, es erwartet einen kein Trauerspiel á la Paul Potts.
  • Schon rund 17 Minuten um und ich bin beim sechsten Lied: ‚Dead Man Walking‚. Als ich die Platte zum ersten mal hörte, verliebte ich mich direkt in diesen Song. Vielleicht liegt es an der Frauenstimme am Anfang oder aber daran, dass er direkt loskracht. Keine Umschweife, direkt und energisch. Doch wo ist der Donots-Sound? Wenn ich jetzt nicht wüsste dass ich hier das neueste Album der Jungs höre, würde ich nicht direkt darauf kommen. Doch das Lied ist super, da muss man gar nicht irgendwie anfangen es auch nur auf irgendeiner Ebene versuchen kaputt zu reden. Und die Tuba mittendrin ist awesome! Schnelle und tolle Nummer, die leider ebenso viel zu schnell vorüber geht.
  • Spätestens mit Dead Man Walking schaffte das Album den Breakeven, ‚Make Believe‚ setzt dort direkt an. Schöner Rocksong, schön zum mitsingen und sogar ein paar bekannte Donots-Elemente tauchen drin auf!
  • Ich weiß nicht wieso, aber das achte Lied ‚Who You Are‚ war für mich schnell ein Girl-Song. Der Gedanke kam mir so schnell, doch das Lied ist keineswegs schlecht. Aber vermittelt auch auf einer bestimmten Art und Weise einen weichen Charakter, ruft aber geradezu auf mitgesungen zu werden. Textlastig, einfach und schick. Aber hör ich falsch oder verrichtet im Hintergrund ein Xylophon mit eher tieferen Tönen seinen Dienst? Interessant.
  • Schon der drittletzte Song. Akustik-Gitarre. Und wenn ich mir ein Lied aussuchen müsste, an dem man als allererstes das Album als Donots-Album ausmachen könnte, dann ist es ‚The Years Gone By‚. Wenn das neben der Gitarre mal keine Melodika ist, dann weiß ich auch nicht mehr weiter. Vorhin im Büro lief erst Somewhere Someday gefolgt von The Years Gone By und die Zusammenstellung gefiel auf Anhieb. Vielleicht bekommt ihr so einen Eindruck von diesem Song und könnt ihn mit mir teilen.
  • Als heute früh im Büro das Album lief, sprachen Daniel und ich kurz darüber. Dann lief gerade ‚Hello Knife‚ an und wir waren uns einig, dass wenn dem Album irgendwo etwas des Donotism fehlt, haben sie in diesen Song mindestens 95% dessen reingesteckt. Kein Krach wie man ihn mal kannte, aber mehr als irgendwo anders auf dem Album und das zusammen mit einem dezenten Chorteil.
  • Der elfte Song, in etwas mehr als fünf Minuten wird das Ende des Albums erreicht sein. Doch bis dahin liefert ‚Parade Of One‚ das ab, womit The Long Way Home einstieg. Eine Mischung aus Ruhe, Sauberkeit und doch Spaß, Rock und der Übermittlung des Willens einfach mitzumachen. Der Song mischt so ziemlich alles was die zehn Songs vorher ablieferten, inklusive dem wofür die Donots stehen: Livemusik bei der sie es richtig krachen lassen und sich das Publikum in die Extase mosht.

  • Man könnte sagen, dass ‚The Long Way Home‚ eine neue Phase der Donots einleitet, doch das möchte man irgendwie auch nicht wahrhaben, schon gar nicht wenn man sie nur mindestens einmal Live erlebt hat. Das Album ist anders, anders als alle Alben der Donots zuvor. Doch es ist nicht schlecht, man bekommt den Eindruck dass sie sich weiterentwickeln, dass ihre Musik sich einem breiteren Publikum öffnen möchte. Älter wirken sie keineswegs, nur anders eben. Und doch hofft man, dass sie das bleiben was sie doch immer waren: eine großartige Liveband.

    Auf die Frage hin ob ich es mir wieder kaufen würde oder es euch empfehlen kann, muss ich sagen, dass ich es euch mit 7 von 10 Punkten sehr empfehlen kann. Auch wenn es sich anders in meinem Text anhört, mir gefällt das Album sehr. Anders kann ich es mir auch nicht erklären dass es in diesem Moment zum 17ten Mal fertig durchgelaufen ist. Aber eins wünsch ich mir: Jungs, ihr da aus Ibbenbüren, macht ein Livealbum oder ein Live-Doppelalbum. Das seid ihr und da seid ihr am allerbesten!