Blind im Labyrinth der Falltüren

Ich sehe mir Schuhe an, zeichne etwas, erstelle etwas Neues und dann kommt er wieder. Dieser eine Gedanke, dieser eine, aus dem ganz schnell so viele werden. So viele die ich doch alle gar nicht mehr möchte. Ich kenne sie doch schon alle, ich kenne doch ihr Ende schon, wenn sie noch ganz am Anfang sind. Wenn sie erst noch durchdacht werden müssen, ist mir die Lösung doch schon bekannt. Wozu kommen sie immer wieder, warum bleiben sie nicht einfach weit weg, ganz weit weg, fern von mir. Es wird niemals wieder wie vorher sein, es wird niemals wieder dazu kommen wie es mal war und diese Wege werden sich niemals wieder so kreuzen, wie sie dieses eine mal geradewegs aneinander stießen. Und doch sind sie da, die Gedanken über eine neue Lösung, über einen anderen Weg, ein Abweichen von der Ideallinie, eine Veränderung des Raums und der Zeit, einfach über einen Plan B – der jedoch nicht von einem selbst bestimmt werden kann. Doch wer bestimmt ihn, wer hat die Macht dazu und an wen kann man sich dafür wenden? Die Gedanken ufern aus und kommen doch wieder zum bekannten Schluss. Sie sagen einem doch nur wieder, dass es Aus ist, dass alles vorbei ist, die letzten Karten gespielt wurden und alle die jemals noch übrig waren nicht mehr auffindbar sind, dass jeder weitere Gedanke zum selben Schluss kommen wird, dass das Ende dieses einzigen Weges bereits schon lange erreicht ist und auch dass nach langer Suche sich keine Tür an dieser Wand mehr finden lässt. Doch das deprimiert, das macht krank, das verstört und zeigt einem, was das einzig Wahre war, was man jemals hatte, verspielte und heute den Inbegriff von Sehnsucht widerspiegelt.

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