BP Deepwater Horizon: Zahlen gegen die Natur

Keine heiße, aber dicke Luft: Vor wenigen Stunden las ich, dass über 184 Gallonen Rohöl bisher in den Golf von Mexiko aus dem Deepwater-Horizon-Bohrloch strömten. Ich wollte dabei natürlich erst einmal wissen, wie viel Öl das denn nun sei. Das Ergebnis ist eine schier unvorstellbare Menge. Ich habe es mir dann einfach selbst noch etwas veranschaulicht, da ich es weiter umrechnete. An dieser Stelle möchte ich euch die zahlen und Daten nicht vorenthalten und würde mich auch sehr freuen, wenn sich vielleicht ein Grafiker finden würde, der aus den Daten eine kleine Infografik erstellt. Es lassen sich bestimmt auch noch einige weitere Daten zusammenfinden.

Die 184 Millionen Gallonen Öl entsprechen 696.515.753 Liter Rohöl (rund 696 Millionen Liter). Dieses Öl wiederum in Standard-Flaschen von Volvic abgefüllt (1,5 Liter), würde 464.343.835 abgefüllte Behälter entsprechen. Stellt man nun diese Flaschen mit ihren Abmaßen von 8×8 Zentimeter direkt nebeneinander, könnte man eine Fläche von 4,457701 Quadratkilometer (km2) bedecken. Anders ausgedrückt: Würde man jede Flasche direkt aneinander bzw. hintereinander aufstellen (nicht liegend), würde es eine Reihe mit 37.147,507 Kilometer (km) Länge entsprechen. Das wiederum entspricht etwa 92,81 Prozent (%) des mittleren Erdumfangs (40.024 km).

Würde man die Volvic-Flaschen nun auf Fussballfeder (Standard 68×105 Meter) stellen, würde dies rund 624 vollgestellte Spielfeder entsprechen. Geht man übrigens von den oftmals zitierten Olympia-Schwimmbecken (Standard 50x25x2 Meter) aus, könnte man so mit dem Rohöl auch rund 279 Schwimmbecken randvoll füllen. Oder man könnte auch den ehemaligen Südturm (63,4×63,4×415 Meter) des World Trade Centers (WTC) in New York zu 41,75 Prozent mit Rohöl füllen. Das würde immerhin eine Ölsäule von über 173,26 Metern (man beachte die Breite und Tiefe von 63,4 Metern) entsprechen. Der Kölner Dom ist übrigens am Nordturm 157,38 Meter hoch.

Stelle man sich nun noch den wissenschaftlichen Wert vor, dass ein Liter Öl selbst in einer Million Liter Wasser (1.000.000 Liter) immer noch nachweisbar ist, bräuchte man also nun mal eben 696.515.753.000.000 Liter frisches Wasser. Auf Grönland ’schlummern‘ übrigens geschätzte 2.850.000.000 Liter Wasser im gesamten Eisschild, was immerhin reichen würde, um den Gesamtmeeresspiegel um über 7 Meter ansteigen zu lassen.

  • grrrrrrrrrrr

  • Vorstadtprinzessin

    Ich will es garnicht so genau wissen. Ich habe mich schon vor 2 Monaten übelst aufgeregt und es nimmt einfach kein Ende.

    Ich find es so traurig…

    Das erinnert mich Stark an den 4D Film den ich vor einem Monat im Hansa Park gesehen habe. Er kommt im Oktober auch in voller Länge in die Kinos.

    „Sammys Abenteuer – Die Suche nach der geheimen Passage“

    Eine Schildkröte erzählt von ihrem Leben und ihren Begegnungen mit dem Menschen. Darunter gab es auch eine Szene wo ein Schiff zerbrochen ist und Öl ins Meer gelaufen war.

    Obwohl der Film ja eigentlich niedlich gemacht ist und diese Szene noch immer schön ist im Gegensatz zur Realität, hat es irgendwie weh getan dies zu sehen.

    Und Schuld allein, ist der Mensch!

  • Ziemlich erschreckend das ganze…
    Das grausame daran ist, dass „wir alle“ ja auch irgendwie dazu begetragen haben. Natürlich ist es das Loch von BP aber ja auch nur weil der Mensch so gut dafür bezhalt.

    Und es ist ja immernoch kein Ende in Sicht. Ich bin sehr gespannt wie BP in 2 Jahren aussieht. Wäre zu krass wenn der Konzern das überlegen könnte.

    Mehr kritische Beiträge, dass ist toll :)

  • Peter

    Hmm, wenn das Öl in Trink-Wasser auch noch nachweisbar ist, wird unsere klamme Bundesregierung demnächst auf Wasser noch Mineralölsteuer drauf kloppen, um den Schuldenhaushalt ein bisserl zu verringern.. ;-)

    • Interessanter Ansatz … ein Punkt mehr, neben der Sektsteuer ;)

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