Casio EXILIM G EX-G1 im Test & Alltag: #1

Wie ihr bereits lesen konntet, hat Casio mir glücklicherweise die neue G-Shock-Kompaktkamera Casio EXILIM G EX-G1 für einige Wochen zum testen zukommen lassen. Im ersten Teil des Alltagstests werde ich auf die ersten Eindrücke, das Gerät und ein paar Funktionen eingehen, ohne dabei all zu tief in die Materie abzutauchen. So präsentiere ich euch meine ersten, um nicht zu sagen großartigen Aufnahmen (unbearbeitet), ein Video und einen Verbesserungswunsch gegenüber Casio.

Das Paket kam an, natürlich wurde es direkt aufgemacht und gleich schon die Verpackung von Casio begutachtet. Der Outdoor-Look kommt stimmig rüber und dazu wirkt sie auch noch Öko, gefällt. Natürlich habe ich mir die Kamera direkt erst mal ohne Handbuch vorgenommen, wie es jeder übliche Käufer macht. Bestenfalls klappt ja auch alles intuitiv. Leider war die Intuition nicht ganz so richtig, benutzte ich einen rechtsseitigen Drehknopf als ON-Schalter, ist aber der Klappenöffner für die Speicherkarte und USB-Anschluss. Wie mir der nächste Tag zeigte, dachte nicht nur ich daran, drehte doch die gesamte Belegschaft im Büro und Studio als erstes an diesem Kopf um festzustellen das sich eine Klappe öffnet.

Der ON/OFF-Knopf sitzt klein auf der Oberseite neben dem Auslöser, ist dort aber auch nicht schlecht platziert, hat die Kamera schließlich auch einen Standby-Betrieb der ein ständiges An-und-Aus-schalten umgeht, um nicht den kleinen aber mit hoher Kapazität ausgestatteten Akku leerzusaugen. Bei den Klappen für Akku und Speicherkarte hatte ich erst bedenken, das sie abbrechen könnten weil sie sich mit Nachdruck öffnen ließen. Doch das ist offenbar nur der Wasserschutz und so auch Okay. Abgesehen von den kleinen Buttons, die jedoch sich dank kantiger Struktur bestens bedienen lassen, gefiel die kleine Kompakte direkt. Das Metallgehäuse hat eine tolle Form, sehr gut verarbeitet, die Kamera ein handliches Gewicht, die Struktur lässt sie wunderbar in die Hosentasche gleiten, sie ist bis 3 Meter Wassertiefe dicht und hält zudem Stürze bis rund 2 Meter aus. G-Shock halt, cool.

Als Speicherkarte wählte ich bei Amazon eine 8GB MicroSD aus, die für meine Finger eindeutig zu klein, für die Kamera aber keine unnötige Platzverschwendung darstellt. Das Kamera-Menü machte ich direkt unsicher, nachdem der Akku frisch geladen war. Es ist sehr übersichtlich aufgebaut und es lassen sich vor allem sehr viele und nützliche Einstellungen vornehmen, wenn gleich ich mich aufs Neue fragte wozu man immer kleine Auflösungen und noch dazu schlechtere Bildkompirimierung benötigt. Aber das konnte mir noch kein Kamera-Hersteller (vor allem bei den Kompakten) beantworten. Irgendwie muss man ja die technischen Daten im Prospekt aufblasen. Gut, davon abgesehen lassen sich selbst alle Sounds differenziert voneinander einstellen bzw. wie in meinem Fall deaktivieren. Dieses Menü versteht man eindeutig auch ohne Handbuch, sollte man zuvor schon mal eine Kamera in der Hand gehalten haben. Andernfalls geht’s auch ohne Handbuch, nämlich über den Best-Shot-Modus, der einen eigenen Button an der Oberseite des Gehäuses spendiert bekommen hat.

Bei dieser Kamera ist es wie bei Outdoor-Handys. Du hast ein großartiges, stabiles und wasserdichtes Gehäuse, aber im Inneren steckt dafür ein wenig abgespeckte Technik. Nicht das sie irgendwie schlecht oder nicht brauchbar wäre, nein, sie ist einfach nur nicht als Top-Klasse in diesem Segment zu bezeichnen. Doch in welchem Segment bewegt sie sich denn? Handtaschen-Kompakte oder unter den Outdoor-Kameras? Denn dort rockt sie eindeutig. Da macht auch das sowieso erwartete Rauschen im hohen ISO ohne Blitz nicht wirklich etwas aus, da macht das nicht mehr zeitgemäße Display mit seinen 2,5 Zoll und 230.400 Pixel nichts aus. Denn welche Kamera kannst du sonst schon mit in die Badewanne nehmen, mit ihr unbedacht Fallschirm springen, ruhig in die Hosentasche schieben ohne Angst zu haben, dass der Sensor am Objektiv versagt und es sich in den Selbstmord zoomt und hast dabei trotzdem 12 Megapixel (auch wenn Megapixel nicht alles sind), kannst die Kamera -10°C aussetzen und dazu mit ihr auch noch Widescreen-Videos aufnehmen?! Ja, HD-Videos gehen leider nicht, Stereo-Sound auch nicht. Doch braucht man das wirklich wenn man seine (Schnappschuss-)Videos eh bei YouTube hochlädt?

Ich habe die Kamera jetzt ein paar Tage, habe mit ihr schon ein paar Sachen angestellt, präsentiere euch hier erst mal nur eine sehr kleine Auswahl an Bildern bzw. wahrlichen Schnappschüssen vom ersten Tag und bin mit ihr zufrieden. Mich stören die Einschränkungen nicht, mir war vorher klar, dass die Kamera keine Rauschunterdrückung wie eine Canon EOS 1D Mark IV hat, keine Videos wie die 5D Mark II oder 7D aufnimmt und auch, dass sie kein Display wie eine Sony Cyber-Shot DSC-TX7 hat. Dafür muss ich mir bei dieser Kamera keine Gedanken um Schäden oder gar Regen machen und habe bei Tageslicht trotzdem gute Bilder und in der Nacht mache ich halt den Blitz an.

Eine Sache habe ich noch. Beim Spielen fiel mir im Menü die Funktion der gesteuerten Serienbilder auf. Klar, ihr kennt mich, was sollte ich auch anders machen, wie die Kamera dank Gewinde direkt mal auf ein Stativ schrauben, ins Fenster zu stellen und eine 0815-FullHD-Timelapse zu produzieren. Das Zeitraffer-Video besteht aus rund 650 Aufnahmen die ich in mehreren Intervallen aufgenommen habe. Die Kamera unterstürzt maximal ein 30-Minuten-Intervall bei mindestens 10 Sekunden Abstand zwischen zwei Bildern. Doch dafür hat das iPhone einen Countdown-Timer installiert, der mich daran erinnerte immer mal wieder zur Kamera zu gucken. Die vielen 12-Megapixel-Einzelbilder habe ich dann in Lightroom importiert und passend für Premiere Pro ausgespielt um sie dann, mit einem tollen Song von The Syrup, zu einem kurzen Testvideo in 1080p24 zusammenzufügen. Diese Funktion ist ein sehr großer persönlicher Pluspunkt auf meinem Testchart, wenn ihr leider auch die manuelle Einstellbarkeit für die Nachtbilder (und halt RAW) fehlt. Da wird sicher noch etwas von mir nachkommen, Blut geleckt!


  • Sehr schöner Beitrag. Gefällt mir wirklich gut!

  • Szenen einer Nachbarschaft, tolles Video :D Habe auch eine Casio Exilim (aber Z9) und die macht sich gut bei Außenaufnahmen mit viel Sonne, neigt bei Innenaufnahmen aber leider zu krisseligen Bildern und unscharfen Aufnahmen. Schönen Blog hast du hier und tolle Schreibweise :)
    CiAO Fr34k