Dreizehn: Die wunderbaren Stunden

Ein toller Tage und eine kurze Nacht gingen leider viel, viel zu schnell zu Ende. Endlich wurde die Vorfreude mal nicht enttäuscht, im Gegenteil, es wurde noch viel schöner als ich es mir vorstellte! Doch weil es noch sehr früh ist (immerhin 6:35 Uhr) spare ich mir zu viele ausschweifende Sätze und liste den ‚Ablauf‘ einfach unkompliziert auf.

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Dienstag, 5:50 Uhr bis 13:10 Uhr: Auf zur Arbeit. Dank der Vorarbeit in der Nacht zuvor konnte ich früher gehen, musste nur Druckdaten für die Druckerei hochladen, mich mit ihnen in Verbindung setzen, ein paar Gespräche führen, Mails beantworten, Community checken und ein paar weitere Aufgaben erfüllen. Um 13:10 Uhr hieß es dann Feierabend und ab nach Hause.

Dienstag, 14:05 Uhr bis 16:45 Uhr: Eigentlich wollte ich schon auf dem Heimweg die Zutaten zum kochen einkaufen. Doch, wie sollte es auch anders sein, vergas ich die beiden Rezepte und musste also erst mal zuhause sie noch mal neu zusammenstellen. Dabei überlegte ich mir noch, dass dich doch erst später einkaufen fahren und mich erst mal noch etwas um die Wohnung kümmere. Okay, sie war an sich sowieso sauber und auch aufgeräumt, aber wenn man will, findet man immer noch mal was – selbst wenn’s doch nur für das gute Gewissen ist. Der Aufräum-/Putzaktion, ein paar Telefonate und viel zu viel verschwendeter Zeit bei der Musikauswahl später, ging’s dann mit Rezept in der Bauchtasche zum Edeka.

Dienstag, 16:55 Uhr bis 17:35 Uhr: Ein Experiment stand an, etwas kochen was ich noch nie zubereitete und demnach zwar auf einer und der größeren Seite sehr viel Spaß bereitet, auf der anderen Seite aber auch gänzlich schief gehen kann. Doch was soll’s, wenn’s nichts wird finden wir sicher noch irgendwas anderes essenbares im Vorratsschrank. Die Zutaten wanderten in den Einkaufswagen, an der Kasse kam noch eine neue Auto Bild dazu und die Sachen wurden fix verpackt. Ich weiß zwar nicht was mich geritten hat, doch ich rannte den gesamten Weg in 10 Minuten mit 2 Einkaufsbeuteln zum Haus hinauf. Oben angekommen entledigte ich mich meiner viel zu warmen Jacke, die mir sogar nasse Arme zauberte.

Dienstag, 17:37 Uhr bis 18:05 Uhr: Im Vorhinein sprach ich mit Chris ab, dass er um 18:45 Uhr bitte den zukünftigen Auflauf in den Backofen stellen solle, damit Lena und ich mehr Zeit hätten. Doch so ganz wurde daran nichts, ich wurde nicht soweit fertig dass er zubereitet in der Küche bereit stand. Doch der Reihe nach: Beutel ausräumen, Zutaten zusammenstellen, einen großen Nudeltopf aus dem Schrank nehmen, Nudelwasser erhitzen und die (natürlich Vollkorn-) Röhrennudeln in den Topf geben. Währenddessen 400 Gramm süße Sahne, 100 Milliliter Olivenöl (nicht an gutem, nativen Olivenöl sparen), eine Tube ungewürztes Tomatenmark (wenn ich mich nicht irre waren es laut der Waage bei mir 133 Gramm) sowie Gewürze (Italienische Kräuter, Pfeffer und Salz – ich nahm groben dunklen Pfeffer und Meersalz, beides frisch gemahlen) in eine Schüssel geben und gut verrühren (vergesst es mit einem Löffel… ich kann gut damit umgehen und es wurde nicht mal ansatzweise so gut wie mit dem darauf folgenden Schneebesen). Während nun die Nudeln kochten und die Soße soweit zubereitet war rannte ich ins Bad, duschte mich, machte mich fertig, eilte wieder in die Küche und goss die Nudeln im riesigen Sieb ab. Mir war klar, das ich es nun nicht mehr fertig bekomme. Egal, machen wir es zusammen fertig – ist eigentlich eh viel toller.

Dienstag, 18:10 Uhr bis 20:10 Uhr: Auf dem Weg zu Bahnhof, im Eiltempo zu ihr und dabei schon viele SMS geschrieben. Die immer wiederkehrende ‚Angst‘ ob man sich auch direkt findet. Wir fanden uns direkt, sie kam gerade aus dem Hauptgebäude und ich liefen uns direkt in die Arme. Auf dem Weg zum Haus, wir gingen – weil sie es so wollte (yeah), quatschten wir über alle möglichen Dinge bis hin zu ihrem praktischen Semester. Ich erzählte ihr was ich nun so treibe, was sich in den Jahren verändert hat und was das leben eben so anstellte. Am Haus angekommen war sie schon angetan, im Treppenhaus sagte sie „Wow ist das schön!“ und in der Wohnung war sie total begeistert. Das freut einen dann ja doch schon zu hören, das nicht alles nur so gleichgültig und selbstverständlich hingenommen wird.

Schön, doch ab und die Küche, wir hatten nicht mehr so viel Zeit. Ich machte mich widerwillig an die Knoblauchzehen (4-5 Zehnen, wir nahmen eine) und zerteilte sie in winzige Würfel, währen dessen viertelte Lena die 4 Tomaten auf der anderen Arbeitsplatte. Hände schrubben, Knoblauchgestank wegbekommen war angesagt, Lena mischte die Nudeln mit der Soße in einer großen Schale, dazu kamen noch 100 Gramm Mozzarella-Streukäse. Das Gemisch gerade so in eine große Auflaufform bekommen, wurde alles mit den Tomatenstücken belegt („Lena, mach du das lieber, bei mir sieht das sonst zu technisch und durchorganisiert aus.“) und der restliche Käse (circa 150 bis 200 Gramm) oben drüber gestreut. Dann für 30 Minuten bei 180-200°C in den Backofen damit.

Die halbe Stunde verging wie im Flug, auf einmal war es schon 19:41 Uhr und wir liefen in die Küche. m Flur roch es schon wunderbar, doch was uns dort erwartete war fantastisch, obwohl wir es noch nicht mal probiert hatten. Doch der Geschmack war noch weitaus besser als erwartet. Ich weiß nicht ob es daran lag, das wir zusammen kochten und deswegen die Geschmacksknospen sowieso verrückt spielen oder weil es einfach so lecker war. Aber unsere Knospen waren offenbar noch ganz gut dabei, schmeckten sie eine Nuance vom Olivenöl heraus, befanden die Tomaten als keineswegs matschig und waren begeistert. Ich war natürlich wieder meinem geliebten Wasserfall verfallen und quasselte in einer Tour. Ihr Teller war schon leer, da war es meiner noch nicht mal zur Hälfte und unser Wecker für den Kinobesuch klingelte schon. Auf dem Weg nach unten fragte ich noch ob lieber Salziges oder Süßes. Süßes natürlich, was für eine Frage.

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Dienstag, 20:15 Uhr bis 01:00 Uhr am Mittwoch: Unser Taxi zum Kino kam an, ich öffnete die Tür, Lena stieg ein und ich hinterher. An der Kinokasse noch schnell zwei Real-3D-Brillen gekauft und ein H&M-Magazin mitgenommen ging es über zwei Rolltreppen eine Etage höher. Wollen wir uns Popcorn holen? Klar, Dinner for Two. Ein riesigen Eimer Popcorn und 2 1-Liter-Getränke. In meiner Hand sehen 1-Liter-Becher total normal aus, andere müssen sie mir zwei Händen halten. Egal, ab in Saal 11 – in dem wir vor ein paar Jahren schon mal waren. Damals noch in Ice Age 2, wie wir uns erinnerten. Doch nun heiß es Reihe C, ziemlich in der Mitte und Kuschelbank. Ich war fast erschrocken wie wenig Werbung kam, wenn auch eine unendlich scheinende (gute) 3D-Werbung von RWE für Aufsehen sorgte.

Es ging los, Alice im Wunderland in 3D. Unser erster gemeinsamer 3D-Film, Lenas erster. Direkt davon hingerissen flüsterte sie mir, dass wir das bei ihr in Oldenburg auch machen müssen, sobald ich bei ihr bin. Den ganzen Film über waren wir hingerissen von der Optik und der 3D-Welt. Wir warteten nach dem Film so lange, bis fast nur noch wir im Saal waren … kurze Zeit später gingen wir dann. Bepackt mit ihrem halb vollen Becher und ich mit dem noch gut 2/3 gefüllten Popcorn-Eimer. Schnell noch ein paar Bilder von uns machen, neben den Eindrücken auch noch Erinnerungen in Bildform mitnehmen.

Vom Kino liefen wir noch ein paar Meter, ich zeigte ihr noch ein paar Sachen, wir erzählten und entschieden uns anstatt für das Taxi doch für den Bus. Schließlich ist um diese Uhrzeit (23:00 Uhr) sowieso nichts mehr im Bus los, man hat seine Ruhe und es sind ja sowieso nur 4 oder 5 Haltestellen. Wieder bei mir angekommen, den Schlüssel aus ihrer Tasche kramen, flüsternd durch das Haus und rein in die Wohnung. Ob Chris noch wach ist? Hmm… machen wir einfach leise. … Schon 1:00 Uhr, wir müssen langsam schlafen. So ein Mist!

Mittwoch, 5:30 Uhr bis 6:30 Uhr: Lena quält sich als erstes aus dem Bett, macht sich fertig, ich folge 10 Minuten später ihrem Weg. Sachen packen und auf den Weg machen, sich ärgern dass die Zeit so schnell verging und man nicht noch mehr voneinander hatte. Um 6:30 Uhr sind wir am Bahnhof, sie muss leider so früh zum Zug, denn seit 1. März führt kein Shuttle-Bus mehr zum Flughafen in Frankfurt. Blöder Abschied, wieso musst du nur irgendwann immer kommen.

Nachher fliegt sie nach Barcelona und wird eine 14-tägige Couchsurfing-Tour quer durch Spanien antreten. Ich bin gespannt auf die vielen Bilder & Stories und hoffe das sie Gesund und munter wieder zurück kommt. Leider hatten wir nur 13 Stunden, dafür 13 unvergesslich wunderbare! Bis zum nächsten Mal, dafür nehme ich gerne diesen fiesen Muskelkater in Kauf.