Geeks, Glasses und ein Hauch von Kunst

Nachdem vor wenigen Tagen über das vermutlich nur kurzfristige Phänomen ‚Chatroulette‘ einen Artikel schrieb, muss ich jetzt auch mal auf ein anderes wohl derzeit sehr beliebtes Thema zu sprechen kommen. Die Trends sprechen eindeutig dafür, merkte man es auch schon eine ganze Weile im Netz, wird es so langsam ziemlich Mainstream. Schon irgendwie lustig wie sich die Meinung und vielleicht auch das Bild so ändern kann. Waren sie vor wenigen Jahren noch eher verschrien oder gar gemobbt, suchen heute offenbar ein Haufen Leute oder Lüsterner danach.

Die Rede ist zum einen von den sogenannten Geek-Girls, also Mädels die den Anschein erwecken vor Fachkompetenz und Wissen aufzugehen, Zuhause hocken und nichts anderes tun als ihr Wissen immer noch weiter aufzustocken, ihrer Leidenschaft für normale Leute eher untypischer Betätigungen nachzugehen und als Lichtquelle die USB-LED-Lampe lieber haben als die Jalousien zu öffnen. Natürlich bringt das im Netz noch nicht die Masse dazu sich die Bilder von diesen Girls anzusehen. Man(n) jetzt doch eher das Schubladendenken anwerfen, die Vorurteile heraus kramen oder einfach an etwas weniger attraktives denken. Aber das muss ja nicht sein, zumindest muss der Schein dem nicht entsprechen. Viel mehr entsprechen die neuerdings in großer Vielfalt entstehenden Seiten und Bilder eher dem Wunschdenken der wohl hinter dem Monitor sitzenden Geeks und Nerds. [Aloha geliebte Klischees.] Dabei darf natürlich die obligatorische Brille auf der Nase, die bestenfalls leicht aufgeknöpfte Bluse oder der Bezug zur altmodisch-nerdigen Technik nicht fehlen. Bekannt in diesem Bereich ist vor allem die Seite Fuck Yeah Geek Girls auf Tumblr.

Ebenfalls auf Tumblr am Start und ganz dem weiteren aktuellen Trend (übrigens ein Internet-Trend dessen Entstehung man schon fast dem asiatischen Raum zuordnen kann) entsprechend, ist die Brille auf der Nase. Ich denke jeder kann sich daran erinnern wie verschrien Brillen doch unter Jugendlichen immer waren. Tja, Zeiten ändern sich wohl, genau so wie die Bügel auf dem Zinken. Ziemlich hervorstechend ist dabei die Seite Girls with Glasses. Zur Abwechslung auf Tumblr oder dem Internet mal keine Seite die nur auf die weiblichen Kurven aus ist, wenngleich diese (Frauen) ausschließlich gezeigt werden.

Hätte man bis vor Kurzem noch gedacht, dass die ganze Emo-Bewegung von den Medien bereits ausgelutscht, ausgespuckt und vergraben wurde, gibt’s da draußen wohl doch noch einige die an dem fest halten was sie bewegt oder besser gesagt, die zu dem stehen was sie sind. Das sie dazu stehen scheint recht offensichtlich, zumindest dann wenn sie Bilder von sich ins Netz stellen. Ob das immer ganz so freiwillig geschieht oder zumindest von der sich selbst fotografierten Person hochgeladen wird lasse ich mal dahin gestellt. Fakt ist jedenfalls das es eine sehr große Fangemeinde von Emos bzw. Bilder von Emo-Girls im Internet gibt. Bekannt, groß und äußerst gut besucht ist beispielsweise die Seite mit dem wohl einprägsamsten und thematisch wie die Faust aufs Jochbein passende Namen: Emo Girls (natürlich auf Tumblr).


Doch nicht nur Geek-Girls, Girls with Glasses und Emo Girls tummeln sich im Web. Eine Seite die man im Bezug auf alle drei dieser Gebiete und noch darüber hinaus nennen muss sind ganz klar die Suicide Girls. Kaum eine Seite zieht seit nunmehr neun Jahren mehr Leute in ihren Bann, die auf Subculture-Punkrock-Goth-Mädels mit Tattoos, Piercings, Brillen usw. stehen und lässt sie dafür auch bereitwillig ihre Kreditkarte zücken. Das aktuellste Projekt der suizidalen Mädels ist der demnächst erscheinende Sexy-Horror-Film ‚Suicide Girls Must Die!‘. Dieser läuft am 12. März in einigen ausgewählten amerikanischen Kinos an. Es bleibt abzuwarten bis dieser seinen Weg nach Europa findet. Ist schließlich nur eine Frage der Zeit.

Die Suicide Girls haben neben dem zeigen ihrer Körper allerdings immer noch einen gewissen, wenn vielleicht auch nicht für jeden direkt erkenntlichen Anspruch an Kunst. Das die Fotografie eine Kunstform bzw. auch eine Kunst für sich ist, weiß jeder der mal mehr als nur einen Schnappschuss machen wollte. Das die Fotografie und nackte Haut ebenfalls perfekt zusammen passen weiß man schon seit den ersten je geschossenen Bildern. Also wieso sollte es nicht auch im Internet eine große Fangemeinde von künstlerisch angehauchten Amateur- bis Profi-Bildern geben, die nicht ihre Zeit in den großen bekannten Bildarchiven verbringen wollen. Eine dieser Seiten ist Tush, die ebenfalls von Tumblr gehostet wird. Wenig bis viel nackte Haut, weniger bis sehr bekannte Fotografen & Models und zum Teil ein bisschen harte Werbung an der Seite. Eine interessante Mischung für eine interessante Seite im Google Reader jedenfalls.

Eine nach dem ziemlich gleichen Prinzip und sogar mit dem selben Theme ausgestattete Seite wie Tush ist Bosom. Der Fokus liegt ebenfalls auf etwas ansprechenderer Fotografie und den ansprechenden oberen zwei Rundungen des menschlichen, weiblichen Individuums. Leider ist die Seite ebenfalls mit der dezent nervigen Flash-Werbung für hochwertige Fleshlights versehen. Frei von dieser ist hingegen der kostenfreie RSS-Feed.

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Jetzt bleibt nur eins abzuwarten: Was die Trends zu diesem Beitrag sagen.
Welche Trends erkennt ihr derzeit im Internet? Wohin führt die Reise 2010 und welche Seiten habt ihr am Horizont ausgemacht?

  • „Fuck Yeah Geek Girls“ ist nur ne schlechte Kopie von „Girls with Glasses“. Ich mein, nur weil die Brillen tragen sinds keine „Geek-Girls“… :P

    • Willkommen :)
      Da hast du allerdings recht mit. Man könnte auch sagen, dass sie eine schlechte Kopie sind, denn den Kopiern gefiel es offenbar nicht, dass auf Girls with Glasses zu wenig nackte Haut gezeigt wird oder zumindest gar keine unbedeckten Nippel ab und an gezeigt werden. Oder sie wollten auch einfach nur ein bisschen Fame abgreifen. Hat ja offenbar ganz gut geklappt… guckt man mal wie viele Blogger sich der Page in den letzten Tagen alleine annahmen. Einschließlich ja auch mir (wobei es sogar schon leichte Analytics-Erkenntnisse brachte).

      Viele Grüße,
      Andi