Google Analytics und die Deutschen (oder auch nur die Politik)

Seit gestern liest man an vielen Ecken im Netz nichts anders mehr und die Leute machen sich Sorgen. Ich frag mich zwar warum, aber so ist es ja immer. Jedenfalls heißt es an besagten Ecken gerne, dass die Gespräche zwischen der deutschen Regierung und Google bezüglich ihres Dienstes Analytics und den Datenschutzbestimmungen abgebrochen seien. Man sei gar an einem Gerichtsverfahren gegen ein großes Unternehmen dran, um einen Präzedenzfall für (oder besser gegen) diese schlimme Software zu schaffen, um diese nun endlich von deutschen Webseiten zu verbannen, wie man das Impressum auf sie bügelte.

Klar, erst einmal kochen alle hier nur mit Wasser und zum Anderen, geht’s mir ziemlich auf die Nüsse, wenn an jeder Ecke der Dienst angeprangert wird, nun auf diesen Gesprächen rumgeritten wird und alle die Flatter bekommen, was alles passieren könnte, würde es tatsächlich in Deutschland illegal werden (wenn es auch dem europäischen Recht entspricht). Vorab sollten diese sogenannten Webmaster wohl besser zu Piwik oder einem anderen Dienst greifen, denn für sie reichen die paar Zahlen sowieso vollkommen aus (doch Vorsicht bei der Datenspeicherung). Alle anderen dürften wissen, dass es nicht sonderlich viel Arbeit bedarf einen Dienst wie Google Analytics eigenständig, serverseitig aufzusetzen. Die Sache ist nur, wie man die Daten aufbereitet und vor allem der Datenflut Herr wird. Aber das steht auf einem ganz anderen Blatt, genau so, dass dann gar nicht erst Jemand auf die Idee kommen würde, dass hier nun alle persönlichen Daten gespeichert werden – und zwar bis der Betreiber diese löscht und nicht irgendein Gericht meint ihren Schmarn loswerden zu müssen.

In Deutschland wird der Datenschutz sowieso grundsätzlich zu heiß gegessen, erinnert man sich nur einmal an Google Streetview. Und jetzt geht’s zudem gerade einmal um die eigene IP, die Daten vom Rechner etc. Das Problem ist hier eher, dass ein Unternehmen diese einsackt, damit wohlmöglich auch noch Geld verdient und dieses Unternehmen dann noch nicht einmal ihren Stammsitz im Datenschutzland-Deutschland hat. Schade aber auch.

Für mich stellt sich nur die Frage, wie weit es Deutschland noch treiben will, wie viel Überbewusstsein für seine offensichtlich verdummten Einwohner man noch hervorbringen will, wie sehr man sein dümmliches Volk noch vor den bösen Tentakeln des Internets beschützen will und wo der ganze Irrsinn noch hinführen soll. Was soll’s, ich verwende unter anderem Google Analytics weiter und sollte es irgendwann doch einmal eine Änderung geben, dann kommen meine Seiten entweder nicht mehr aus Deutschland oder ich tracke nur noch ohne externe Vermerke. Lasst sie doch ihr eigenes Grab schaufeln, zumindest haben sie dann Ruhe, denn die Folge übersteigt ihren Horizont noch viel weiter, als es jetzt sowieso schon der Fall ist.

Wie dem auch sei, Google stellte vor ein paar Stunden den Sachverhalt einmal klar: Aktuelle Medienberichterstattung über Google Analytics in Deutschland