Nichts gelernt: Die Ölindustrie und ihre Offshore-Förderung

Sie haben gut lachen und verkaufen im selben Atemzug die Welt auch noch für Dumm. Lange ist es nicht her, dass die Offshore-Ölplattform Deepwater Horizon von BP ihren Geist aufgab und es zu einem Unglück kam. Üblerweise die größte Ölkatastrophe, die bisher weltweit geschah. Doch was hört man davon noch? Die Medien haben das Thema ausgelutscht und den Stiel wie immer fallen lassen, als der Dreck nun halt nur noch an den Stränden lag, der Siff im Wasser schwamm und man eben offenbar keine spektakuläre Story mehr erzählen konnte.

Für meinen Geschmack ist eine Story über die Menschen, die den Dreck für BP entfernen müssen deutlich spektakulärer, als die Dummheit und das Versagen riesiger und vor Geld strotzender Konzerne zu zeigen. Seien es die freien Helfer, die Anwohner, die Soldaten oder eben auch die Unternehmen, die ihr großes Geschäft mit der Reinigung wittern oder eben auch die Umwelt vor ihre Einnahmen stellen. Ganz egal, sie machen das weg, was ein moralloser Großkonzern der Welt hinterlassen hat.

Aber was hat man aus diesem weiterhin andauerndem Szenario gelernt? Nichts. Man pocht auf einer der sichersten Methoden, wohl gar sicherer wie die Ölförderung auf dem Festland sein soll und fährt die Bohrungen weiter hoch. Den Menschen verkauft man dazu eine Initiative, in die die großen Öl-Multis von Shell, ExxonMobil, Chevron, ConocoPhillips sowie eben nun auch BP bis Ende 2011 rund eine Milliarde US-Dollar einzahlen wollen. Die Initiative umfasst ein Rettungssystem, Containment System genannt, dass zu einem möglichen Schnelleingreif-System werden soll. Klingt erst einmal gut, besteht auf der anderen Seite aus einem Verschlussmodul und zur letzten Sicherung aus einer riesigen Stahlglocke. Das soll zum Einsatz kommen, wenn das sowieso sichere und bereits vorhandene BOP (Blowout-Preventer) nicht greift. Dass weder das BOP, noch die Stahlglocke so einfach in der Tiefsee funktionieren, hat man bereits beim Bohrloch von Deepwater Horizon feststellen können.

Aber was will man erwarten? Die Erdbewohner brauchen das schwarze Gold für ihre Motoren, die Energie und eben um die vielen Produkte herzustellen. Sich aber auf der anderen Seite einmal die Frage zu stellen welche Alternativen es gibt und wie man das Thema noch angehen könnte, auf die Idee kommen scheinbar nur sehr wenige. Die Anderen wollen es halt billig und einfach. Klar, billig ist auch toll und giftig, gefährlich und zerstörerisch. Irgendwann wird man es einmal merken. Spätestens wenn es das nächste Mal wieder heißt: Die Offshore-Methode ist eine der sichersten Methoden, wenn nicht gar die sicherste Methode. Leider hat das BOP versagt und wir arbeiten an einer Lösung.

Es ändert zwar nichts an der Tatsache, dass in Zukunft immer mehr Bohrungen in der Tiefsee stattfinden werden, dennoch schadet es mit Sicherheit nicht, dass es inzwischen gar Bohrsimulatoren gibt, auf denen Mitarbeiter Bohrvorgänge und Problemfälle simulieren können. Die aktuelle Ausgabe der Technology Review (Ausgabe 12/10) nimmt ebenfalls dieses Thema auf und zeigt die aktuellen Entwicklungen, die in Zukunft derartige Unglücke verhindern sollen. Wir werden sehen. Hier findet ihr zudem meine beiden vorhergehenden Artikel zum Thema der Plattform Deepwater Horizon: BP Deepwater Horizon: Zahlen gegen die Natur und BP Deepwater Horizon: Das Ende?