Von Kaugummis und Bloggertreffen

Mein persönliches Recap zum vierten Bloggertreffen in Köln. Soweit so gut. Ich habe den Text jetzt schon zum siebten Mal neu angefangen, da mir einfach kein Anfang als angemessen erschien. Also stehen nun diese Zeilen hier, die vielleicht über dieses verflixte Unvermögen an Wortgedusel hinweg täuschen können. Können sie natürlich ist, ist ja wohl klar. So klar wie der Qorn auf dem BTK13, den man uns glücklicherweise seitens des Qonzerns zur Verfügung stellte.

Doch der Reihe nach.

Die Woche vor dem Event ist bekanntlich immer die anstrengstenste. Das kann man klar so stehen lassen. Es fing am Montag und Dienstag mit den T-Shirts an, setzte sich bis Donnerstag Mitternacht fort, gefolgt von einem mehr als nur traurigen Anruf um 5 Uhr morgens von meinem Onkel, dass mein Opa vollkommen unerwartet im Krankenhaus verstorben sei. Dass ich danach kein Auge mehr zu bekam ist denke ich klar. Ich saß auf meinem Bett und blickte einfach nur stundenlang auf Saarbrücken hinab.

Doch es musste weiter gehen.

Ging es dann auch. Gegen 9 Uhr habe ich mich in die Agentur „geschlichen“, gewartet bis mein Geschäftspartner aus einer Besprechung in unser Büro zurückkehrt und mit ihm gesprochen. Und gefragt, was man sagt, wie man damit umgeht und angesagt, dass ich definitiv mich nicht verkrümeln werde. Das wäre auch niemals im Interesse meines Opas gewesen. Also Wege erledigen. In der Metro einkaufen, Artikel bei Buy-Unlike abholen und mit André noch ein wenig erzählen, zur T-Shirt-Druckerei fahren, Auto mehrfach ein und ausladen, kurzer Zwischenstopp in der Agentur um zwei Veggie-Burger als Ganztagsmenü zu verdrücken und die Lieferung von Qorn einzuladen. Es war etwa 20:30 Uhr. Dann nach Hause, vor dem Haus die zig Kisten, Kartons, Kühlboxen usw. ausbreiten und BMW-Tetris spielen. Alles verstaut, alles sicher eingeladen und noch den Beifahrerplatz frei gelassen. Circa 22 Uhr. Jetzt noch die Gästeliste ausdrucken, Dinge an der Website ändern, Facebook-Posts fertig machen und vor allem die Spotify-Playlist finalisieren. 2 Uhr früh. Ich nerve Florian und Natascha mit Nachrichten im Facebook-Gruppenchat. Keiner reagiert, ich quatsche einfach weiter. 3 Uhr. Damn, ich muss noch eine Website zu Samstag für die Agentur fertig machen. 3:30 Uhr – FUCK OFF jQuery. 4 Uhr – Notlösung gebaut, auf ins Bett.

Der Samstag bricht an. Köln ruft.

Der Wecker klingelt mit dem Monkey Island Theme. Ich deaktiviere ihn gekonnt und schlafe weiter. Fünf Minuten zumindest, dann startet der Backup-Wecker. Hatebreed – Outro. Ich bin wach. 7:06 Uhr zeigt die Uhr an. Duschen, paar Ersatzsachen einpacken und runter zum Auto. War zwischendurch noch „kurz was machen“ am Rechner. Stunde Verspätung. Den 1,5l-AriZona-Green-Tea geschnappt und auf zum Fleischmarkt, Steaks und Merguez kaufen. Dann direkt zu Natascha. Das Navi zeigt 13:20 Uhr Ankunft. 12 Uhr hatte ich gesagt. Ich schreibe umgehend 12:30 Uhr. Pünktlich um 12:31 Uhr begrüße ich Natascha mit „Du hast heute aber auch ’ne Hose an, bei der man dir zwangsläufig auf den Arsch glotzen MUSS!“. Auf zur Bank und zum Eichi.

Florian ist schon da.

Wir begrüßen uns, machen einen kurzen Rundgang durch die Location, der Getränkelieferant parkt den arschschweren Kühlanhänger (fast) ein. Wir laden aus, Natascha und ich gurken noch einmal zur Metro. Ich verfahre mich großartig auf dem Weg. Der Weg ist auf einmal dreimal so lang. Es fängt an zu regnen. Begeisterung macht sich bereit. Wir kaufen ein, ich liefere einen Andi-Klassiker an der Kasse und es geht zurück zum Eichi. Inzwischen sind einige Helfer eintroffen und packen an. Man lacht über Schilder die ich ausgedruckt habe (ich wüsste aber nicht, dass genau dieses Schild aufgehangen wurde). Die nächsten Blogger treffen ein, die Vorlaufzeit war zu kurz. Aber das kennen wir ja schon. Das ist unsere Evolution. Langsam, aber mit Herz.

Bilder sind etwas feines. Wenn man sie denn schießt.

Die Sache mit der Gästeliste. Ach lassen wir das. Die Namenssticker kommen wieder gut an, das freut mich. Florian und ich stehen am Eingang. Menschen kommen, Umarmungen gehen einander über, Andi freut sich noch mehr. Die Hasencore-Crew taucht auf, das Herz schlägt schneller. Simon und Catha parken ein. Doppelherz ist gefordert. Thilo und ich fangen an Burger-Patties zu formen (keine Sorge, wir arbeiten ausschließlich mit Handschuhen – ist ja wohl klar) während Andy mit der Frischhaltefolie kämpft. Natascha kommt panisch in den Billard-Raum. Sie findet ihr Handy nicht.

Man merkt, mir steht die Dunkelheit.

Der Tag schreitet voran, die ersten guckten zu Tief ins Qorn-Glas und die Dämmerung rückt näher. Andi fängt an zu sprechen. Es folgen einige längere Gespräche. Über Jugendarbeit und Inklusion in Köln, über Unternehmen, über Sehnenverletzungen, über das Nicht-Fleisch-Verlangen, über Bier, über Sponsoren und die Veranstaltung, über SEO und SEO-Veranstaltungen und über Motorsport. Es wird fotografiert, es wird vertrauter und es wird noch besser. Irgendwann ziehen das Äffchen und der Hulk um den Block. Es hätte nicht aufhören müssen.

Nachts um 5 Uhr, wenn die Reihen sich lichten.

Niemand hielt solange durch wie der Phasenpablo. Da schlief der Florian schon, in feinster Party Hard manier. Ich gesellte mich gegen 6 Uhr auf die Lümmelmatte. Sitzend und mit einem Auge offen. Ich hatte keine Lust mehr die Eingangstür zu schließen. Ich stellte eine Playlist mit Billy Brigg, Dead Kennedys und Joy Division an. Zwei Stunden später fing ich langsam an Ordnung zu machen. Gegen 13 Uhr waren Florian und ich mit dem Aufräumen fertig. Wir schoben mit zwei Leuten vom Eichi den Kühlwagen in meine Parklücke und verabschiedeten uns. Ich brachte Florian noch zum Hauptbahnhof, seine Reise ging nach Castrop-Rauxel, meine in die andere Richtung zurück nach Saarbrücken. Das Wetter hielt sich. Es war gleich beschissen. Zwischendurch spielte ich noch kurz Queen Marry II und segelte mit Aquaplaning über die Autobahn. Aber das hielt mich wach. Auch die maximale Lautstärke aus den Boxen. Der Besuch an der Tankstelle fing mit Blicken von vier Reihen tankender Autofahrer an. Ich sang mit. Sie hörten wohl davon. Irgendwann kam ich dann auch zuhause an. Eroberte die Dusche, pflanzte mich auf die Couch, stellte den Fernseher an und wollte die Aufzeichnung vom Formel-1-Rennen gucken. Blöderweise entschied sich mein T-Home-Receiver beim Start dafür, mir als erstes einmal die Siegerehrung zu zeigen. Nach 11 Runden schlief ich für drei Stunden ein. Wachte auf weil mir kalt wurde und wusste nicht welcher Tag war. Der richtige Zeitpunkt, um das Wohnzimmer zu verlassen.

Was könnte man als Fazit verfassen?

Ich will den letzten Samstag zurück haben. Täglich.

  • panisch tzzzzzz. Das sieht bei mir ganz anders aus :D Übrigens, ich hab die Schilder aufgehangen. Dachte, das war so gedacht ^^

    • Die Sex-Station? (;

  • Hübscher Artikel. Und auch hier noch mal danke für eure Arbeit. Freue mich schon auf nächstes Jahr :D

    • Sehr gerne doch, Simon!
      Ich hoffe aber, dass wir uns schon viel früher wieder sehen!

  • Jaaa, es war wieder so toll! Danke hier auch nochmal für Eure Organisation. Es versteht sich von selbst, dass ich nächstes Jahr *sogar* ohne fancy Drinks und Goodies kommen würde :D ;)

    • Aber die wird es definitiv geben – soviel sei versprochen!