Wahl der Qual: Der richtige Browser

Jeder von uns kennt es, sei man Windows- oder Mac-OSX-Benutzer: die Wahl des passenden, des richtigen Webbrowsers. Einfach fällt die Wahl nicht, zumindest nicht, wenn man ein paar Ansprüche hat. Gut ein Drittel aller Internet-Benutzer geben sich einfach mit dem vorinstallierten Browser zufrieden. Die Zahl könnte wohlmöglich in nächster Zeit entweder etwas sinken, beachtet man, dass Microsoft in ihrem Windows inzwischen vor der Erstnutzung des Internet Explorers (IE) ein Informationsfenster setzen muss, in dem einen andere Browser und dessen Möglichkeiten aufgezeigt werden. Dennoch ist die Wahl einer anderen Software als dem IE in der Regel nicht der Fall. Oftmals bekommt man von den jeweiligen Anwendern zu hören, dass man das nimmt, was der Hersteller mitliefert. Wozu etwas anderes nehmen, wenn das doch am besten und einfachsten funktionieren wird. Diese und ähnliche Aussagen habe ich schon zu oft gehört, als Anwender, als Webmaster, als Administrator und vor allem bei einem Systemservice (Großnetzwerke und Speziallösungen).

Irgendwann stumpft man ab, nickt einfach die Aussagen ab und versucht gar nicht mehr die typischen (Schubladen-)Anwender von einem deutlich Besseren zu belehren. Für mich selbst war die Entscheidung schon immer milchglasig, doch eins war ziemlich klar: Der IE ist nicht meine Wahl. Selbst Ende der neunziger Jahre trieben mich die Interpretationen des Internet Explorers in den kurzfristigen Wahnsinn. Damals verwendete ich meistens noch den Netscape Navigator, den heute vermutlich viele nicht einmal mehr kennen werden. Opera schaffte es auch das eine oder andere Mal auf meinen Rechner, selbst zu einer Zeit, in der man mangels vernünftiger Internet-Verbindung dem Ladebalken zusehen konnte oder aber einfach eine Runde vor die Tür gegangen werden konnte. Natürlich nicht ohne vorher das Telefon zu verstecken, bevor noch Irgendjemand auf die glorreiche Idee gekommen wäre telefonieren zu müssen.

Seitdem sind viele Jahre vergangen, wurden einige Windows-Versionen installiert, mit und an Linux experimentiert und auch das eine oder andere Mal zu Apple gegriffen. Mit Apple machte ich schon recht früh Erfahrungen, jedenfalls für mich ziemlich früh – konnten sie doch nur Schwarz/Weiss darstellen und waren in einem ziemlich kleinen Klotz verpackt, verglich ich das System mit dem, was meine Eltern und Großeltern im Büro und Haus stehen hatten. Doch heute gibt es keinen Netscape Navigator mehr, wohingegen Opera derzeit wieder so richtig am aufblühen ist. Sei es auf ‚richtigen‘ Maschinen oder Maschinen für die Hosentasche, die heute selbst in einfacher Ausführung weit mehr leisten, als die Systeme, für die Opera damals schon ihren Browser in der Zeit ohne, mit und wieder ohne Werbung anbot.

Für mich wurde die Wahl nicht einfacher, bin ich vielleicht zu verspielt und zu besessen von bester Leistung bei vielen Funktionen und wiederum bester Usability. Vielleicht spielt heute wie damals aber auch eine Rolle, dass ich Webseiten erstelle, möglichst viele Browser, Browser-Einstellungen, auch Plattformen durchprobiere und durchprobieren muss. Immer wieder stoße ich dabei auf Unterschiede, selbst wenn verschiedene Browser doch auf dem selben Stamm aufbauen. Selbst auch zwischen gleichen Anwendungen auf unterschiedlichen Betriebssystemen. Heute finden sich auf jedem meiner Rechner mindestens drei verschiedene Browser wieder, Browser in denen möglichst immer alles funktionieren muss. Doch ich werkle schließlich nicht nur an Webseiten, Analysen, Strategien und allgemein Projekten. Ich surfe auch, ganz normal, ganz normal nach meiner selbst definierten normalen Art. Wie jeder Mensch habe ich auch meine Angewohnheiten, so kann ich beispielsweise seit Jahren nicht anders, als immer wieder zu gucken wie eine Seite aufgebaut ist, auch immer wieder gerne mit der Markierung zu arbeiten und ebenfalls ganz unterbewusste kleine Unterschiede festzustellen, selbst wenn ich nicht aus dem Grund surfe.

Ich installiere grundsätzlich als erstes Mozilla Firefox, gefolgt von Apple Safari und Google Chrome bzw. auch Chromium. Ich brauche einfach diese drei Browser, selbst zum für mich normalen Besuch verschiedener Seiten. So surfe ich selbst nur für mich relevante Inhalte mit unterschiedlichen Browsern an, benutze beispielsweise Tumblr am liebsten in Firefox, lese meine Feeds meistens mit Google Chrome und sehe mir Medieninhalte gerne auch mit Apple Safari an. Natürlich bekommt nicht jeder der Browser die gleiche Aufmerksamkeit, ist Safari für mich in der Regel schon etwas nebensächlich angesehen. Doch in Safari habe ich die wenigsten PlugIns installiert und bestenfalls die höchste Absturzsicherheit, wohingegen Firefox wie auch Chrome mit allerhand nützlichen PlugIns vollgestopft sind. Ich nutze jedoch nur PlugIns, die mir einen tatsächlichen Mehrwert bieten, sortiere schnell etwas aus, was kaum genutzt wird und eventuell gar auf einem anderen Weg schneller durchgeführt werden kann. Doch auch bei den PlugIns gibt es Unterschiede. Möchte ich eine Webseite schnell und einfach debuggen, habe ich zwar in Chrome ein paar passende PlugIns und auch eigene Funktionen, ist der Firefox-Browser dennoch deutlich besser zum Kampf aufgerüstet.

Auf meinem Sony-Notebook gibt’s auch den Internet Explorer, geht es einfach nicht ohne ihn. Natürlich in verschiedenen Versionen, wie auch Windows. Für mich geht’s schon ohne den IE, doch eben für ein Drittel der surfenden Gemeinschaft nicht. So muss eine Seite für Microsofts Meisterwerk wenigstens ohne funktionelle Einschränkungen angepasst sein. Natürlich variiert der Anteil der IE-Nutzer dem Thema der Homepage zufolge sehr stark, dennoch rutscht der aus keiner Statistik. Mit dem IE9 gelobt Microsoft grundlegende Verbesserungen, doch bis es soweit ist, bis dieser Browser beim Endverbraucher angekommen ist, wo heute doch erst relativ frühe Testversionen Entwicklern zur Verfügung gestellt werden, kann es noch eine ganze Weile dauern. Während dessen surfen immer noch teilweise über 20 Prozent der Besucher mit älteren Versionen als dem IE8 und eine nicht zu unterschätzende Anzahl mit 1024×768 Pixel durch die Cyberwelt. Was diese Auflösung für neuartige Browser und über innovative Schritte im Kopf der Anwender zu sagen hat, diese Überlegung überlasse ich ganz eurer weniger abwegigen Fantasie.

  • Hey Andi,
    super Bericht. In der IT gehts teilweise nichtmal ohne IE – so sehr man ihn auch hasst. Musste heute mit erstaunen feststellen, dass die Verwaltungskonsole des neuen Blackberryenterpriseservers ausschließlich per IE zu bedienen ist. Was anderes akzeptiert der nicht. Hat mich 25 Minuten meines Lebens gekostet..

    Gruß
    Daniel!

  • Ahoi Daniel,

    genau das hatte ich vor ein paar Tagen auch… mit der Konsole von einem Switch und von einem Beamer. Ging ausschließlich via IE … und zwar wirklich NUR damit.
    Und noch ein Erlebnis der dritten Art mit SCP. Grr. ;)

    Cheers, Andi

  • Vorstadtprinzessin

    Ich hasse den IE!!!!!!!!! Leider muss ich ihn auch meistens auf der Arbeit nutzen! Wenn ich meinen geliebten Firefox nehme kann ich soviel im Backend ändern wie wild, doch nüchts wird übernommen! Janz toll!

    Safari war eine ganze Zeit mein Liebling, doch ich merke immer mehr das Safari einfach nicht mehr so reibungslos mit windows läuft und für einen mac hab ich momentan kein Geld.

    Also bleib ich bei meinem Firefox und erfreue mich täglich über meine bunten Entchen in der Menüleiste ;)