Willkommen im Wunderland von Apple

Nach einigen Tagen melde ich mich auch einmal wieder zu Wort. Eher weniger weil ich die Zeit dazu hätte, viel mehr, weil mich die gestrige Apple Keynote unter dem Motto ‚Back to the Mac‘ so ziemlich aufgeregt hat. Und dies nicht, weil ich irgendeins der vorgestellten Produkte toll finden würde.

Klar, das neue im Sommer 2011 erscheinende Mac OSX Lion ist schon ganz dufte und bekommt auch tolle Funktionen wie das Launchpad oder den Fullscreen-Mode – ja, richtig gehört, Apple führt endlich einen Vollbild-Modus ein, wenn auch nicht ganz so, wie man es von jedem anderen System her kennt, denn die Leisten sind dann alle ausgeblendet. Was soll’s. Der kommende App-Store für OSX ist ansich auch eine tolle Idee, weiß man so direkt was auf dem eigenen System läuft und werden darüber sicher auch die ganzen Updates laufen. Doch mich stört daran eindeutig der Gedanke, dass es in zwei oder vielleicht auch drei kommenden OSX-Versionen gut möglich sein kann, dass Apple sein Rechner-Betriebssystem genau so verschließt, wie es mit dem iOS auf dem iPad und vor allem iPhone auch der Fall ist. Okay, spätestens in der Cloud wird das der Fall sein. Immerhin baut Apple auch kräftig an einem neuen Server-Zentrum mit 50.000 Quadratmetern, dass Anfang 2011 anlaufen wird. Wohl kaum nur für den OSX App-Store. Back to the Mac.

Und was gab es sonst noch? Ein neues iLife. Wow. Nutzt das wirklich jemand? Okay, zuhause vielleicht, wenn man kein Geld für andere Programme ausgeben möchte und sich lieber ein Bundle anlacht. Ist ja auch Okay, einfach und schnell etwas damit erstellen geht auch wirklich gut. Ein paar Themes schubsen, rendern und direkt auf Facebook exportieren. Fertig.

One more thing… MacBook meets iPad. Raus kommt das neue Apple MacBook Air. Doch was sind die Vorzüge des iPads, die man nun in ein MacBook integrieren will? Apple nennt dabei: Instant on, Great battery life, Amazing standby time, Solid State Storage, No optical or hard drives, Thin & light = more mobile. Okay, so weit, so gut. Was an „No optical drives“ nun unbedingt gut sein soll lasse ich mal dahin gestellt, einen Cardreader würde ich schließlich ebenso dazu zählen. Doch was ist nun dieses ominöse ‚One more thing‘.

Klar, das neue MacBook Air. Einmal in 13,3 Zoll und in 11,6 Zoll. Da grinst der Jobs. Das ‚große Gerät‘ wiegt dabei 1,32 kg und ist an der dicksten Stelle 17,3 mm stark. Das ‚kleine Gerät‘ wiegt hingegen 1,06 kg und ist ebenfalls maximal 17,3 mm stark. Dazu gibt’s an beiden Geräten zwei USB 2.0, einen Mini-DisplayPort und einen MagSafe-Anschluss. Die 13,3-Zoll-Version hat dazu noch einen SD-Cardreader eingebaut. Das integrierte Mikrofon sitzt an der linken Seiten zusammen mit dem Kopfhörer-Ausgang, der ähnlich zum neuen MacBook auch den allgemeinen Line-In aufnimmt. Gefunkt wird über Bluetooth 2.1 und Wi-Fi 802.11n. Für LAN gibt’s einen USB-Ethernet-Adapter. Damit man nun auch FaceTime auf dem Rechner nutzen kann, gibt’s jetzt anstatt der iSight-Kamera die FaceTime-Kamera samt ’neuer Software‘. Für die Grafik sorgt die hochmoderne NVIDIA GeForce 320M mit 256 MB DDR3 SDRAM, der vom RAM abgezwackt wird.

Im kleinen Gerät sitzt ein, Achtung, Intel Core2Duo mit 1,4 GHz und 3MB Cache sowie optional eine CPU mit 1,6 GHz. Laufend mit 800 MHz Frontside-Bus und 1066 MHz am RAM. Den gibt’s auch optional bis maximal 4 GB. Im großen Gerät gibt’s 1,86 GHz mit 6 MB Cache und optional 2,13 GHz. In diesem Fall auch mit 1066 MHz Frontside-Bus. Ob der 1,86 GHz im Normalbetrieb dem 2,13 GHz wieder überlegen sein wird? Doch neben den sagenhaften Prozessoren nun zum wichtigsten Teil: wie lange hält der Akku maximal? Apple sagt beim 11,6-Zoll-Air 5 Stunden Betrieb und bis zu schwammigen 30 Tagen Stand-By-Time voraus. Der 13,3-Zöller soll sich bis zu 7 Stunden betreiben oder bis zu ebenfalls 30 Tagen schlummern lassen.

Damit man auch etwas sieht, werden beide Hochglanz-Displays mit LEDs beleuchtet und lösen nativ mit 1366×768 (11,6 Zoll) beziehungsweise 1440×900 Pixeln (13,3 Zoll) auf. Da kann man abgesehen vom Glanz nicht meckern. Schon eher könnte man das beim Preis. Gibt’s das 11,6-Zoll-MacBook-Air mit 64 GB Flash-Speicher für 999 Euro und mit 128 GB für 1149 Euro, ohne jegliche Erweiterungen. Diese dürften Apple-üblich zum Beispiel beim RAM ordentlich rein knallen. Aber wer braucht in einem Produktivsystem schon 4 GB RAM. Das schicke 13,3-Zoll-Unterwegsleichtgerät gibt’s mit 128 GB für 1299 Euro und mit 256 GB für nur 1599 Euro. Echte Innovation sieht anders aus, kommt zum Beispiel mit BluRay für iMac und vor allem Pro’s daher, packt keine Core2Duo-Prozessoren mehr in nagelneue MacBooks und benutzt erst recht keine GeForce 320M die dazu den DDR3-Arbeitsspeicher als Medium benutzt. Aber was soll’s, ist halt Apple, wir kaufen es und sie schwimmen freudig in ihrem Geld. Viel Geld für einen Alu-Klotz der vermutlich von treuen Fans auch noch groß gefeiert wird, im Endeffekt aber eigentlich nur lächerlich ist. Aber schick.

Ich werde ihn nicht kaufen. Sicher nicht. Schon gar nicht wenn ich mein iPad 3G mit 64 GB neben mir betrachte und es unterwegs ebenfalls beispielsweise dank Eye-Fi wunderbar für die Fotografie nutzen kann. Zwar auch zu lächerlich anmutenden 799 Euro, aber immer noch ein paar Euro weniger wie für ein 11,6 Zoll Air, das mir nur den Vorteil der freien Browser-Wahl bringen würde. Neben den nunmal höheren Kosten, der ebenfalls immer noch fehlenden UMTS-Einheit und der kürzeren Laufzeit. Übrigens auch ohne SSD, dafür mit festem Flash-Speicher. Daumen hoch.

  • Chrissy

    Ich glaub ich müsste mich mit Apple Produkten mehr beschäftigen um mir dann so ein Produkt zu kaufen. Klar, ich habn iPod, aber der ist ja auch wirklich easy zu bedienen, beim iPhone steig ich dann schon langsam aus. Vor allem wenns ans Tippen von SMS und Co. geht XD

  • Schöne Zusammenfassung und Stellungnahme! Danke!

  • Seh ich genauso. Außer dem Design nichts aufsehenerregendes.

  • Also ich bin nicht überzeugt. Werde mir vermutlich doch ein MacBook Pro leisten.

    Und mir fehlt nicht nur das Laufwerk, sondern ich mag das Design der MB Air einfach nicht..