W&V Seminar in München: Social Media

Mittwoch 6:30 Uhr morgens in München: Andi drückt in deinem Handy auf Schlummern. Gefühlte 2 Minuten später geht das Sonar direkt wieder los, ich stehe langsam auf. Die Nacht war nicht gerade von vielen Stunden Schlaf geprägt. Schuldig daran sind heute Träume, blöderweise Tagträume und jede Menge Regen vor dem und gegen das Fenster. Doch auch nicht sonderlich schlimm, schließlich legte ich mir bereits etwa gegen 23:30 Uhr schlafen – für mich also verhältnismäßig normal zu einer späten Weckzeit. Unwichtig.

Ich ging duschen, so richtig schön lange und heiß. Stehend (natürlich) duschen in der Badewanne, bis diese zum Überlauf gefüllt ist. Dann anziehen, Haare machen, Drecksachen einpacken und die Laptop-Tasche halbwegs sinnvoll für den letzten Seminartag und die Rückfahrt packen. 7:40 Uhr und los zum Frühstück. Heute mal am Einzeltisch und mit zwei kleinen Brötchen, zwei Tassen Kaffee, ein Glas frischem Orangensaft und wie ich dann merkte, einem kippelnden Einzeltisch. Am Abend zuvor kam ein Reisebus mit Asiaten an, die mich beim Frühstück doch sehr amüsierten – und ich sie offensichtlich auch, bzw. meine Größe. Jedenfalls fragten 3 nette Mädels, ob ich ein Bild mit ihnen machen könnte. Klar, kein Problem.

Noch mal aufs Zimmer, immer noch fieser Regen und der Entschluss auf jeden Fall mit dem Taxi zu fahren. Auf dem Zimmer noch etwas am Laptop gegessen, Zeit überbrücken und mit dem iPhone etwas twittern, weil ich für eine Stunde eindeutig zu geizig bin noch mal das Hotel-WLAN zu buchen. Auf geht’s zur Rezeption, es ist inzwischen 8:45 Uhr. Ich hatte es wohl etwas anders eingeschätzt, war ich vom Ansturm in zwei Reihen dort doch etwas überrascht. Anyway, sowieso noch genug Zeit. Als ich so in der Schlange an dritter Position stand, kam ein ein Mitteilnehmer vom Seminar gerade um die Ecke. Wir fuhren dann zusammen im Taxi zum Süddeutschen Verlag. Doch an der Rezeption ließ mich die ganze Zeit eine Frage nicht los: Wieso mit die Dame hinterm Tresen nur so bekannt vorkommt, woher ich sie kenne. Ich entdeckte dann, dass sie die leitende Managerin ist. Doch woher kannte ich sie, irgendwo habe ich sie doch bestimmt schon mal gesehen. Bei der Anreise ging mir das schon innerhalb von wenigen Sekunden durch den Kopf, in denen ich sie sehen konnte.

Vor dem Seminarsaal im ersten Stockwerk warteten auch schon ein paar Teilnehmer mit Kaffee, Wasser, Orangensaft und mundfester Verpflegung. An der Verpflegung mangelte es sowieso nicht, genau wie am ersten Tag schon keinerlei organisatorische Defizite auszumachen waren. ich schnappte mir eine Flasche Orangensaft (der letzte für Heute, gestern war es eindeutig zu viel von dem guten Zeug) und unterhielt mich mit dem nette Kollegen aus Hamburg. Dann tauchten nacheinander die beiden tollen Frauen von gestern auf und wir kamen direkt wieder ins Gespräch.

Heute sollte es also hauptsächlich um Social Media gehen, wohingegen es gestern vermehrt um SEO bzw. SEM ging. In der ersten Kaffeepause stand ich wieder mit den zwei Mädels da, es ging darum, ob sie nun das Interesse am Social Media verloren hätte oder richtig durchstarten möchten. Die Diskussion ging dann stark um den Datenschutz, den Datenschutz wenn man für einen Partner bzw. einen Kunden Aktionen bzw. allgemeine Pflege durchführt und wie man selbst dastehen kann oder sollte. Ich erzählte von ein paar Fallbeispielen und wie ich es mache, wie man beispielsweise mit Pseudonymen arbeiten könnte oder welche Schutzmechanismen es bereits gibt. Schön war es aber auch ihre Meinung dazu zu hören, ihr Befinden und wie auch gestern schon in der Panorama-Lounge angesprochen, wie der Umgang zwischen Pressearbeit und Social Media auf Augenhöhe zum Kunden sich unterscheiden aber auch ergänzen kann bzw. könnte.

In der Mittagspause ging es heute leider nicht in die großartige Kantine des Süddeutschen Verlags, stattdessen beute man ein ebenfalls sehr leckeres Buffet direkt in unserem Pausen- und Ruhebereich auf. Es gab offensichtlich Rinderrouladen mit Spätzle (oder so) oder Ravioli mit Erbsen, Kochschinken, Käse und Sahnesoße. Ich entschied mich natürlich für die Nudeln, und habe diese Entscheidung auch nicht bereut, waren sie sehr lecker. Wir (dreimal dürft ihr raten wer) sprachen beim essen (mit vollem Mund spricht man nicht) über die Blogosphäre, das Blogging an sich und Monetarisierung bzw. Linkbuilding. Ich mag es gar nicht, wenn sich andere Menschen gerne selbst reden hören – ich hoffe so kam ich in meinen Gesprächen nicht rüber. Hinter uns Standen noch Ibrahim Evsan und Marcus Tandler. Letzterer hatte eben noch einen typischen ‚Marcus Tandler Vortrag‘ abgerissen – den ich persönlich wieder sehr anregend fand. Im kleinen Zeitsprung zurück: Vor der Pause packte Ibo noch ein neues iPad ein, das er den Seminarteilnehmern bereitwillig auch zum Testen anbot und es gab noch ein kurzes Gespräch in kleiner Runde über uA. Foursquare, Taliban-Sympathisanten, neue Möglichkeiten für Printmedien im digitalen Umfeld sowie dessen Chancen auf bspw. Digg.

Ich spielte heute wieder Anlaufstelle für iPhone-Ladekabel, aber das gebe ich doch bereitwillig her – kenne ich ja selbst das ätzende Problem, wie oft das Ding leer ist. Ist ja schon spannend wie man beim iPhone mehr daran denkt, dass das Teil bei Nutzung für eine Wegstrecke auch lange genug Saft hat oder wie man diesem auf einem passablen Level behält, anstatt daran, dass man das gute Stück nicht unbedingt auf dem Schreibtisch liegen lässt. Ibo würde das wohl Mobile-Homosaphien nennen, wir neue Evolutionsstufe des Menschen mit Ausprägung zur Mobil- & Digitalkultur.

In der nächsten und leider letzten Kaffeepause gesellte sich Imke zu uns und wir sprachen und diskutierten etwas über die Chancen und Ansätze ihrer Marken, sowie welche Wege sie dafür gehen. Imke und ich verabredeten uns dann noch um 17 Uhr zusammen zum Bahnhof zu fahren. Im zweiten Teil seiner Präsentation rauschte Dr. Benedikt Köhler nicht nur geschwind durch jene, sondern leider gab auch dein Rechner kurz den Geist auf. Aber der Mann wusste zu improvisieren, während sein Rechner sich wiederbelebte. Seine zweiteilige Präsentation war leider schon relativ trocken, aber aber weniger an ihm, sondern viel mehr am grundsätzlich eher statischem Inhalt lag. Jedoch schenkte er den Teilnehmern sehr viel Gehör und ging auch auf die eine oder andere Diskussion länger ein. Gerade beim Thema der Corporate Blogs bzw. Nicht-Corporate-Blogs und den eventuell dafür aufgestellten Guidelines (inkl. zahlreicher Fallbeispiele) gab es offenbar einiges an Unklarheiten.

Ich hielt mich heute mal ein wenig zurück, spendierte ich gestern der Runde schon einige in möglichst nicht denunzierende Fragen verpackte aussagen. Bei Marcus belief es sich (glaube ich) wohl auf nur eine Zwischenbemerkung. Es ging bei ihm hauptsächlich um das Thema Digg und den Digg-Algorithmus, so konnte ich nicht davon lassen, den nicht referierten Digg-Button mal anzusprechen. Im letzten Teil sprach ich, nachdem ich mir weitgehend alle Fragen anhörte, das Thema Affili’s in Corporate Blogs bzw. Nicht-Corporate-Blogs unternehmensgebundener Mitarbeiter an. Ich wollte damit eigentlich erst hinterm Wald bleiben, entschloss mich dann aber dafür es doch anzusprechen, als ich bemerkte wie groß doch die Unsicherheit bzw. wie viele Fragen doch zu Guidelines bestehen und dies in diesen bzw. der Diskussion nicht zur Sprache kam.

Neben dem Bewertungsformular und darin enthaltender Frage, war ich doch sehr angetan davon, dass man mich mehrfach fragte wieso ich nicht auch Referate zu diesen Themen halten würde. Fairerweise muss man aber sagen, dass ich sowohl die Frage im Bewertungsformular, wie auch die persönlichen Anfragen zu diesem Thema unkommentiert bzw. offen ließ. Schmeichelhaft und auch interessant, doch so richtig konnte ich mich auf die Schnelle mit dem Gedanken noch nicht anfreunden bzw. auseinander setzen. Mal gucken was die Zukunft bringt und auch wann ich selbst das Gefühl habe, dass ich mich gerne vor einem Publikum (wenn auch einem kleinen) zeigen möchte. Lieber wäre mir sogar noch eine ‚Fragestunde‘, als ein wiederkehrendes Referat.

Dann ging’s auch schon los zum Bahnhof. Oder besser gesagt, Imke bestellte am Empfang vom Süddeutschen Verlag ein neues Taxi, da keins auf uns wartete. Nach ein paar Minuten fuhr der VW Touran direkt vor dem Eingang vor, so dass wir nur wenige Schritte durch den Regen ins trockene Innere gehen mussten. Ich sprach den Taxifahrer erst mal wieder (wie die drei mal zuvor auch, weil mich ihre Meinung dazu interessierte) auf das Ortungssystem ihres Unternehmens an, dann mit Imke über ihr Unternehmen. Wir kamen dann auf Produktionsbedingungen, Fernost-Produktion, Lizenzbauten etc. zu sprechen und hielten uns damit auch bis zu Bahnhof auf. Schade das die halbe Stunde danach so schnell verging, aber ich hoffe das wir auch in Kontakt bleiben.

Nachdem wir uns verabschiedeten ging ich in Richtung meines Gleises, schlug aber noch einen Bogen zum Pizza-Laden um mir dann doch eine Sprit und eine mit Käse belegte Sonnenblumenkern-Brezel zu kaufen. Im Zug ereilte mich dann das erste, auf dem ersten Blick schon richtig annehmbare Ereignis: der jungen Schaffner, der soeben mit seinem Scanner den QR-Code auf dem BlackBerry meines Gegenübers abscannte, hatte auf seinem besagten Scanner einen großen Totenkopf-Aufkleber montiert. Ich fand es toll und musste auch direkt grinsen, nicht minder sympathisch machte ihn seine lustige und offene Art. Endlich mal etwas Gutes bei der Bahn, wenn mein ICE jetzt auch schon 10 Minuten Verspätung aufgrund unvorhersehbarer (oder wie auch immer) Bauarbeiten hat, ich in Mannheim jedoch nur fast ebenso wenige zum Umstieg vorgegeben bekam.

Das war also Teil 1, mal wieder gänzlich unkorrigiert. Ich bitte dies aus Faulheit im Zug zu entschuldigen. Teil 2 folgt dann wohl, sobald ich wieder Saarbrücker Boden unter den Füßen habe.

  • Ihr glaubt gar nicht was das gerade für ein Krampf war, diesen Twxt auf dem MacBook zu tippen, via PhoneView als Note aufs iPhone zu bekommen, das zu kopieren und mit der WordPress-App zu posten. Den more-Tag hatte ich auf dem Rechner vergessen schon mal von Hand einzutippen, im mobilen Safari scheiterte es daran, dass das Textfeld leider keinen Scrollbar hat, also musste dies ebenfalls wieder in der App eingesetzt werden. Naja, hat ja geklappt und ein Aufmacherbild reiche ich morgen oder heute Nacht noch nach. :)